Blasenschwäche beim Mann: Möglichkeiten der Behandlung

Wer Anzeichen einer Blasenschwäche bei sich bemerkt, sollte sich an eine Ärztin oder einen Arzt wenden. Passende Anlaufstellen sind die hausärztliche oder eine urologische Praxis. Eine Harninkontinenz beim Mann erfordert nämlich eine gezielte Behandlung, die sich nach der genauen Ursache richtet. Diese lässt sich nur durch eine ärztliche Untersuchung sicher feststellen.

Bei Männern steckt oft eine gutartige Prostatavergrößerung dahinter. Wie sich die Therapie dann gestaltet, erfahren Sie in diesem Artikel.

Abgesehen von der gezielten Behandlung der ursächlichen Erkrankung, können weitere Maßnahmen hilfreich und notwendig sein. Als empfehlenswert gelten:

  • Körpergewicht reduzieren: Wenn der Betroffene Übergewicht hat, sollte er abnehmen, um die Blase zu entlasten.
  • Trinkverhalten anpassen: Der Erkrankte sollte ausreichend, aber nicht übermäßig viel trinken. Dabei sollte er Getränke meiden, die die Blase reizen können, etwa Kaffee, andere koffeinhaltige Getränke und Alkohol.
  • Blasentraining mit dem Ziel, ungünstige Gewohnheiten zu verändern, die Abstände zwischen den Toilettengängen zu verlängern und wieder mehr Kontrolle über das Wasserlassen zu bekommen.
  • Training der Beckenbodenmuskulatur unter physiotherapeutischer Anleitung
  • Vermeiden schwerer körperlicher Arbeit
  • Hilfsmittel (mehr hierzu im letzten Kapitel)

In bestimmten Fällen kann die Ärztin oder der Arzt auch eine medikamentöse Behandlung einleiten. Bei einer Dranginkontinenz kommen meist sogenannte Anticholinergika zum Einsatz. Diese Wirkstoffe blockieren einen Botenstoff namens Acetylcholin, der dafür zuständig ist, die Blasenmuskulatur zu aktivieren. Dadurch zieht sich die Blase seltener ungewollt zusammen und kann mehr Urin speichern.

Medikamente zeigen allerdings nicht bei allen Patienten die erwünschte Wirksamkeit und können Nebenwirkungen hervorrufen. Bei den Anticholinergika gehören dazu etwa Mundtrockenheit, verschwommenes Sehen, Verstopfung sowie ein erhöhter Puls.

Wenn all diese Maßnahmen nicht ausreichend helfen, kann die Ärztin oder der Arzt andere Therapiemöglichkeiten in Erwägung ziehen. Bei einer Dranginkontinenz kommt etwa eine Behandlung mit Botulinumtoxin (Botox) infrage. Das ist ein Nervengift, das im Rahmen einer Blasenspiegelung in die Blasenmuskulatur gespritzt werden kann. Indem es die Aktivität der Blasenmuskeln hemmt, kann es unerwünschten Kontraktionen (also dem Zusammenziehen der Blase) entgegenwirken. Auch diese Behandlung kann Nebenwirkungen haben, unter anderem kann es zu vorübergehendem Harnverhalt und Harnwegsinfektionen kommen.

Blasenschwäche beim Mann – wann ist eine OP nötig?

Manchmal lässt sich eine Blasenschwäche beim Mann durch die beschriebenen Therapiemaßnahmen nicht ausreichend in den Griff bekommen. Dann kann eine operative Behandlung eine Option sein. Ob ein chirurgischer Eingriff sinnvoll ist und welches operative Verfahren geeignet ist, hängt von der Form der Inkontinenz und den individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen des Betroffenen ab.

Bei einer gutartigen Prostatavergrößerung kann die sogenannte transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) zum Einsatz kommen. Dabei wird ein dünnes, biegsames Röhrchen über die Harnröhre bis zur Prostata geschoben, an deren Ende eine elektrische Drahtschlinge befestigt ist. Mit dieser wird ein Teil der vergrößerten Prostata entfernt, der den Harnabfluss behindert.

Bei einer Belastungsinkontinenz hingegen kann ein chirurgischer Eingriff aussichtsreich sein. Der Betroffene kann etwa einen künstlichen Blasenschließmuskel oder – bei leichterer Ausprägung – eine Harnröhrenschlinge eingesetzt bekommen. Der Mehrheit der Behandelten verhilft ein solcher Eingriff zu einer verbesserten Blasenkontrolle. Allerdings birgt die Operation auch Risiken, etwa das Risiko einer Infektion. Außerdem ist die Wirkung nicht immer von Dauer, sodass eine Folgeoperation erforderlich werden kann.

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