Kandidatur noch ungeklärt
Mehrheit in Umfrage traut Schwesig Job als neue SPD-Chefin zu
20.10.2026 – 09:14 UhrLesedauer: 2 Min.
Die SPD sucht eine neue Spitze. Manuela Schwesig könnte gute Chancen haben – doch ob sie überhaupt antritt, ist nicht klar.
Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas sucht die SPD eine neue Parteiführung. Einer Umfrage zufolge trauen viele Deutsche Manuela Schwesig das Amt zu: 52 Prozent derjenigen, die die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern kennen, halten sie für geeignet. 33 Prozent sprechen ihr die nötigen Kompetenzen ab. Das ergab eine Forsa-Erhebung im Auftrag des „Stern“ und von RTL.
Besonders groß ist der Zuspruch demnach in Ostdeutschland. Am stärksten ist er unter den Anhängern der SPD. Doch auch unter den Anhängern von Union, Grünen und Linken hält jeweils eine Mehrheit die 52-Jährige für geeignet. Unter AfD-Anhängern überwiegt dagegen die Ablehnung.
Schwesigs Kandidatur ist unsicher
Ob Schwesig überhaupt für den Vorsitz kandidiert, ist offen. Vor der Landtagswahl im September hatte sie mehrfach ausgeschlossen, an die Parteispitze zu wechseln, und erklärt, sie wolle die nächsten fünf Jahre Ministerpräsidentin bleiben. Nach dem Rücktritt von Bas äußerte sie sich nicht zu eigenen Ambitionen. Derzeit verhandelt ihre SPD in Schwerin mit Linken und Grünen über eine neue Landesregierung.
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Bas hatte am 12. Oktober ihren Rücktritt als SPD-Co-Vorsitzende und Bundesarbeitsministerin erklärt. Sie begründete den Schritt mit dem Tod ihrer Stieftochter und mit öffentlichen Angriffen, auch aus den Reihen der Union. Co-Parteichef Lars Klingbeil kündigte an, die gesamte Parteispitze zum Jahreswechsel neu wählen zu lassen.
Schwesig will Mecklenburg-Vorpommern weiterführen
Schwesig ist seit 2017 Ministerpräsidentin und Landesvorsitzende der SPD in Mecklenburg-Vorpommern. Im Wahlkampf grenzte sie sich deutlich von der schwarz-roten Bundesregierung ab, etwa in der Rentenpolitik. So stellte sie sich gegen den Vorschlag der Rentenkommission, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen. „Mein Eindruck ist, dass sich die Rentenkommission nicht konkret auch mit der besonderen ostdeutschen Biografie beschäftigt hat“, sagte sie im August im ZDF-„Morgenmagazin“.
Bei der Landtagswahl am 20. September kam die SPD auf 35,5 Prozent, stärkste Kraft wurde die AfD. Die CDU scheiterte mit 4,9 Prozent an der Fünfprozenthürde. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) warf Schwesig vor, ihr Wahlkampf habe dazu geführt, dass die CDU nicht mehr im Schweriner Landtag sitze. Schwesig wies Kritik an ihrem Wahlkampf am Tag nach der Wahl zurück: „Wahlkampf heißt Kampf und nicht Spaziergang.“ Der Kanzler schätze die Lage falsch ein, sagte sie.
