Airport reagiert
Plötzlich mehr Fluglärm über Kölner Süden – daran liegt es
21.05.2026 – 18:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Anwohner im Kölner Süden hören seit Wochen deutlich mehr Flugzeuge – und täuschen sich nicht. Was dahintersteckt.
Wer in diesem Monat in Rodenkirchen, Raderberg oder Zollstock auf dem Balkon saß, hatte womöglich das Gefühl, dass der Flughafen näher gerückt ist. Die Maschinen waren lauter, häufiger zu sehen – und zogen ungewohnt tief über den Rhein. Eine Einbildung war das nicht, aber auch kein Grund zur Sorge: Der Flughafen Köln/Bonn hat eine schlichte Erklärung.
„Es gibt keine neuen An- oder Abflugverfahren oder Veränderungen bei der Menge der Flüge“, teilt eine Flughafensprecherin der Kölner Lokalredaktion von t-online auf Anfrage mit. Was sich zuletzt aber verändert habe, das sei das Wetter.
Die Start- und Landerichtung richten sich nämlich maßgeblich nach dem aktuellen Wind – aus flugphysikalischen Gründen starten und landen Flugzeuge meist gegen den Wind. In den zurückliegenden Wochen wehte er aus Nord und Nordwest, was bedeutete: häufigere Starts in Richtung Köln.
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Der Flugweg führt dabei zunächst über Rath-Heumar, ehe die Maschinen entweder nach Osten oder nach Westen – also dann auch in Richtung Kölner Süden – abdrehen. Den Rhein überqueren sie dabei etwa auf Höhe der Rodenkirchener Brücke. Für Anwohner dort ist das dann eben auch deutlich hör- und sichtbar.
Flughafen Köln/Bonn: Routen seit den 1990ern kaum verändert
Die Flugrouten selbst – in der Fachsprache „Flugverfahren“ – legt nicht der Flughafen, sondern die Deutsche Flugsicherung (DFS) fest. Die letzte signifikante Änderung datiert auf Ende der 1990er Jahre. Die DFS ist dabei an Vorgaben von Bund, EU und der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO gebunden und muss unter anderem Sicherheit, Effizienz und Lärmschutz gegeneinander abwägen.
Am Köln Bonn Airport sind die Verfahren laut der Sprecherin bewusst so gestaltet, dass eine breite Streuung der Flüge und damit eine großflächige Lärmbelastung vermieden wird. Die Abflugrouten gelten als sogenannte „Minimum Noise Routings“ – sie sollen das Überfliegen von Wohngebieten so weit wie möglich reduzieren.
Luftschichten haben Auswirkungen auf den Fluglärm
Zwischen 22 und 6 Uhr greift am Köln Bonn Airport zudem eine verschärfte Regelung: In dieser Zeit ist die Nutzung der Startbahnen eingeschränkt: Die Querwindbahn darf weder aus Westen angeflogen noch in Richtung Westen verlassen werden, Starts auf der kleinen Parallelbahn und Landungen von Kölner Seite sind untersagt.
