„Muss immer erst etwas passieren?“
Ex-Schiri kritisiert nach Horror-Foul die Fifa
19.06.2026 – 09:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Kanadas Männer gewinnen erstmals ein WM-Spiel, der Erfolg wird aber von einer schlimmen Verletzung überschattet. Manuel Gräfe fordert nun eine Reaktion der Fifa.
Kanada hat sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit 6:0 gegen Katar durchgesetzt. Nach dem Spiel ging es aber weniger um den historischen Erfolg, sondern um die schlimme Verletzung von Ismaël Koné. Nach einem Tritt von Katars Assim Madibo zog sich der kanadische Mittelfeldmann ersten Diagnosen nach einen Bruch des linken Schien- und Wadenbeins zu.
„Jeder konnte hören, wie der Knochen brach“, berichtete Kanada-Trainer Jesse Marsch nach dem Spiel. Madibo sah für sein hartes Einsteigen Rot, Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe nahm die Situation dennoch zum Anlass, um Kritik an der Fifa zu üben. Die bisherige Linie der Unparteiischen bei der WM 2026 missfällt ihm. „Man will dem Katari nichts unterstellen, aber hier sind die Fifa und Pierluigi Collina gefordert“, sagte er bei der „Bild“ in Richtung des Chefs der Fifa-Schiedsrichterkommission. Gräfe schob kritisch nach: „Bei Foulspielen ist man zu großzügig, das hat man bei diesem Turnier schon zwei-, dreimal gesehen.“
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Das Foul von Lionel Messi gegen Algeriens Aissa Mandi sei „zwingend Rot“ gewesen. Auch bei anderen Szenen seien Spieler mit Gelben Karten davongekommen. „Muss immer erst etwas passieren?“, fragte der Ex-Schiedsrichter und beantwortete dies selbst: „Nein, das muss es nicht. Man muss den Spielern Grenzen setzen.“
Im Video | Rot und Horror-Verletzung bei Kanadas Kantersieg
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Es sei nicht immer die Absicht der Profis, ihre Gegenspieler zu verletzen, aber „es ist meistens Fahrlässigkeit“. Die Fifa müsse daher „präventiv handeln, hier waren die Fifa und Collina zu nachlässig“. Das sei auch schon bei den vergangenen Weltmeisterschaften zu sehen gewesen. So zückten die Unparteiischen 2018 und 2022 insgesamt nur sechs Rote Karten. „Hier muss reagiert werden.“
Gräfe sei selbst stets Fan einer langen Leine gewesen, „aber was sein muss, muss sein“. Der 52-Jährige schloss mit einer deutlichen Forderung: „Wenn dermaßen gesundheitsgefährdend agiert wird, von hinten auf die Wade getreten wird, in den Achillessehnenbereich, auf Kniehöhe oder noch höher, mit den Stollen – dann muss es zum Schutz aller Rote Karten geben.“
