Klage gegen das Unternehmen
Jens Lehmann macht mit Aktien 300.000 Euro Verlust
12.08.2026 – 16:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Er hoffte auf den großen Gewinn, nun fühlt sich Jens Lehmann um sein Geld gebracht. Der ehemalige DFB-Torwart steht mal wieder vor Gericht. Diesmal ist er Kläger.
Jens Lehmann fordert vor Gericht eine hohe Geldsumme zurück. Der ehemalige Nationaltorhüter hat vor dem Landgericht München Klage über mehr als eine halbe Million Euro eingereicht und erschien zur Verhandlung persönlich.
Auslöser ist ein Investment aus dem Jahr 2020. Damals wurden Lehmann Aktien einer Münchner KI-Firma zu einem Preis von einem Euro pro Stück angeboten. Nach seiner Darstellung lag der tatsächliche Wert je Aktie bei 6,50 Euro. Lehmann investierte 500.000 Euro. Heute liegt er damit nach eigenen Angaben rund 330.000 Euro im Minus und verlangt nun 572.661,18 Euro plus Zinsen – als Ersatz für nicht gelieferte Aktien und entgangenen Gewinn.
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Lehmann sagte im Prozess: „Ich wurde von einem Freund angesprochen, um in seine Firma zu investieren.“ Die Aktien sollte er im Rahmen einer Kapitalerhöhung kaufen.
Eine Wirtschaftsprüferkanzlei wickelte den Vorgang ab und verwaltete Lehmanns 500.000 Euro treuhänderisch. „Dafür sollte ich 500.000 Aktien erhalten. Bekommen habe ich nur 170.000“, behauptet der 56-Jährige. Diese Kanzlei ist nun die Beklagte in dem Verfahren.
Mit dem frischen Kapital sollte die KI-Firma ein Baumaschinen-Unternehmen übernehmen. Dieser Zukauf scheiterte jedoch, weil die Maschinenfirma offenbar weniger wert war als erwartet. Das habe auch den Aktienkurs belastet. Genau darin sieht er ein Versäumnis der Kanzlei: Sie habe vom Kursverfall gewusst, ihn aber nicht gewarnt.
Lehmann: „Mein Geld war irgendwann weg“
Zum Zeitpunkt der Zuteilung seiner Aktien sei der Kurs bereits auf 3,50 Euro gefallen. Lehmann sagte: „Ich wollte sofort verkaufen.“ Sein Freund, damals Vorstand des KI-Unternehmens, habe ihn jedoch davon abgehalten. Lehmann vermutet: „Wahrscheinlich hatte er Angst, dass der Kurs fällt, wenn ich verkaufe.“
Lehmanns Anwalt wirft der Kanzlei vor, seinem Mandanten über den tatsächlichen Wert der Aktie getäuscht zu haben. Er argumentiert: „Kommt ein Geschäft nicht zustande, bekommt man sein Geld wieder. Man hätte eine Rückabwicklung anbieten müssen.“
Die beklagte Kanzlei weist dies zurück. Sie verweist auf eine nachträgliche Vertragsanpassung, nach der je Aktie zwei Euro statt 1 Euro fällig gewesen seien. Lehmann wiederum sagt, er könne sich daran nicht erinnern. Er beschreibt seine Wahrnehmung so: „Mein Eindruck war, dass mein Geld irgendwann weg war und ich nicht weiß, was damit passiert ist.“
Die Aktien der KI-Firma hält Lehmann weiterhin. Der Kurs liegt derzeit bei knapp 1 Euro.
