Besonders gehäuft kommen entzündete Pickel – als rote Knötchen (Papeln) oder mit Eiteransammlung (Pusteln) – bei Akne vor: Diese Hautkrankheit ist vor allem unter Jugendlichen weitverbreitet. Anders als Bläschen bei Lippenherpes oder vereinzelt auftretende Pickel bleibt Akne über längere Zeit bestehen.

Ein weiterer Unterschied betrifft die möglichen Spuren, die Lippenherpes oder Pickel hinterlassen können. So heilen Herpesbläschen bei ansonsten gesunden Menschen normalerweise folgenlos aus. Doch wenn sich Aknepickel zurückbilden, bleiben manchmal kleine Flecken oder – besonders bei schwerer Akne – sogar Narben zurück.

Lippenherpes oder Pickel heißt: Ansteckend oder nicht?

Zu wissen, ob es sich bei Hautveränderungen um Lippenherpes oder Pickel handelt, ist aber vor allem aus einem Grund wichtig: um ein Ansteckungsrisiko zu erkennen. Denn während Akne nicht ansteckend ist, entsteht Herpes durch Viren. Die Erreger befinden sich in hoher Zahl im Bläscheninhalt und sind leicht übertragbar. Solange noch Bläschen und Krusten vorhanden sind, sollten Betroffene daher:

  • weder Handtücher noch Geschirr und Besteck gemeinsam mit anderen nutzen,
  • nach jedem Anfassen der Lippe (zum Beispiel nach dem Auftragen von Salbe) die Hände waschen,
  • niemanden küssen,
  • keine Sportarten mit Körperkontakt ausüben,
  • auf Oralsex verzichten, um keinen Genitalherpes bei der Partnerin oder dem Partner zu verursachen.

Besonders gefährlich ist die Ansteckung mit Herpesviren für Babys in den ersten Lebenswochen. Menschen mit Lippenherpes sollten daher im Umgang mit Neugeborenen unbedingt darauf achten, dass diese nicht mit den Herpesbläschen in Kontakt kommen. Wer Akne hat, braucht jedoch keinerlei Schutzmaßnahmen für andere zu ergreifen.

Lippenherpes oder Pickel: Entscheidend für die Behandlung

Zu erkennen, ob sich an den Lippen Herpes oder Pickel bilden, ist auch für die Wahl der Behandlung von Bedeutung. Gegen Lippenherpes eignen sich rezeptfreie Salben, Cremes oder Gele, die einen virushemmenden Wirkstoff (wie Aciclovir) enthalten. Wer ein solches Mittel frühzeitig aufträgt, kann womöglich die Beschwerden lindern und die Heilungsdauer etwas verkürzen. (Mehr dazu erfahren Sie hier.)

Akne lässt sich ebenfalls mit Medikamenten behandeln, allerdings mit anderen Wirkstoffen. Geeignet sind zum Beispiel Benzoylperoxid, Antibiotika und Retinoide. Im Gegensatz zu Lippenherpes kann hier aber nur eine längerfristige Anwendung eine Hautverbesserung bewirken. Daneben ist gegen Pickel eine sanfte, nicht übertriebene Hautpflege ratsam, etwa mit seifenfreien Reinigungsmitteln, deren pH-Wert dem der Haut entspricht (also bei 5,5 liegt), sowie mit leichten Lotionen oder feuchtigkeitsspendenden Hydrogelen.

Doch egal, ob Lippenherpes oder Pickel: Eine Behandlung ist in beiden Fällen nicht unbedingt notwendig. Denn die Hautveränderungen verschwinden in der Regel auch ganz von selbst wieder.

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