Lebenserwartung

So zahlen sich gute Balance und Beweglichkeit im Alter aus


12.08.2026 – 15:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein älterer Mann lässt einen Drachen steigen (Symbolbild): Wer seinen Körper fit hält, kann für gewöhnlich auch im Alter länger selbstständig bleiben. (Quelle: Paperkites/getty-images-bilder)

Die Gene, der Lebensstil, Krankheiten, Umwelteinflüsse: Wie lange wir leben, hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend ist auch die körperliche Fitness.

Eine neue große Studie hat ergeben: Wer im höheren Alter körperlich fit ist, hat offenbar ein deutlich geringeres Sterberisiko. Wie in der medizinischen Fachzeitschrift „JAMA Network Open“ nachzulesen ist, hingen besonders das Gleichgewicht und die Beweglichkeit, die Beinkraft sowie die Herz-Lungen-Fitness eng mit der Lebenserwartung zusammen.

Fitness von über 13.000 älteren Personen ermittelt

An der Studie aus Taiwan nahmen 13.423 Menschen ab 65 Jahren teil. Alle absolvierten standardisierte Tests, in denen verschiedene Aspekte der körperlichen Fitness objektiv geprüft wurden. Dazu gehörten unter anderem ein zweiminütiger Gehtest auf der Stelle zur Beurteilung der Herz-Lungen-Fitness, Aufsteh- und Armbeugetests zur Messung der Muskelkraft sowie Gleichgewichts-, Beweglichkeits- und Koordinationsübungen.

Anschließend wurden die teilnehmenden Personen im Mittel sieben Jahre lang beobachtet. In dieser Zeit starben 1.631 von ihnen – darunter viele, die bei den verschiedenen Fitnesstests schlechter abgeschnitten hatten. Das heißt: Je schlechter die körperliche Leistungsfähigkeit, desto höher war das allgemeine Sterberisiko.

Besonders wichtig: Gleichgewicht und Beinkraft

Dabei waren gute Testergebnisse für das Gleichgewicht und die Beweglichkeit besonders eng mit einer längeren Überlebenszeit verbunden, gefolgt von der Beinkraft und der Herz-Lungen-Fitness.

Die deutlichsten Unterschiede bei der Lebensdauer ergaben sich jedoch bei einer zusammenfassenden Bewertung aller Fitnessbereiche: Menschen mit den höchsten Fitnesswerten hatten ein um etwa 61 Prozent geringeres Sterberisiko als diejenigen mit den niedrigsten Werten.

Auffallend ist zudem, dass der Unterschied zwischen den körperlich schwächsten und allen übrigen Gruppen am größten ausfiel. Die fitteren Gruppen unterschieden sich im Hinblick auf ihr Sterberisiko weniger stark voneinander. Das spricht dafür, dass ein niedriges Fitnessniveau bereits ein wichtiger Hinweis auf eine eingeschränkte körperliche Reserve sein könnte.

Körperliche Fitness verdient mehr Beachtung

Wer das gesundheitliche Risiko älterer Menschen abschätzen möchte, stützt sich meist weitgehend auf das Ausmaß von Erkrankungen und anderen Risikofaktoren. Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die körperliche Leistungsfähigkeit wertvolle zusätzliche Informationen liefern kann.

Allerdings beweist die Studie nicht, dass eine bessere Fitness unmittelbar die Lebenserwartung erhöht – zumal die Fitnesstests nur einmal zu Beginn stattfanden. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass die teilnehmenden Personen im Vergleich zu anderen älteren Menschen überdurchschnittlich gesund und beweglich waren.

Trotzdem liefert die Studie eine ermutigende Botschaft: Körperliche Fitness scheint ein wichtiger Marker für gesundes Altern zu sein. Eine Erklärung hierfür lautet: Sind das Gleichgewicht, die Beweglichkeit und die Beinkraft vermindert, steigt das Risiko für Stürze und dadurch bedingte Frakturen – vor allem für Hüftfrakturen, die zu den Hauptursachen für Krankenhausaufenthalte, Behinderungen und überhöhte Sterblichkeit bei älteren Menschen zählen.

Laut dem Forschungsteam sprechen die Studienergebnisse daher dafür, verstärkt auf eine objektive Fitnessbeurteilung zu setzen, um das Gesundheitsrisiko bei älteren Menschen abzuschätzen. Da die entsprechenden Untersuchungen nur wenig Ausrüstung und Zeit erfordern, sind sie problemlos in der ärztlichen Praxis durchführbar.

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