Oft Fehlverhalten anderer
KVB besorgt: Zahl der Unfälle steigt
07.06.2026 – 08:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Kölner Stadtbahnverkehr wurden allein 2025 543 Unfälle registriert. Die KVB reagieren und setzten unter anderem auf neue Technik.
Die Zahl der Unfälle im Kölner Stadtbahnverkehr ist gestiegen. Das teilten die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Allein im Jahr 2025 wurden demnach 543 Unfälle mit Stadtbahnen registriert. Schwere Unfälle habe es in den vergangenen Jahren jedoch nur wenige gegeben.
Viele Unfälle gehen laut KVB auf das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer zurück – etwa, wenn Autofahrer verbotswidrig nach links über Gleise abbiegen. Auch unachtsame Fußgänger oder Menschen, die bei Rot Gleise überqueren, verursachen demnach immer wieder gefährliche Situationen.
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KVB: „Jeder Unfall bedeutet eine Beeinträchtigung der Betriebsabläufe“
Auch Gefahrenbremsungen führten gelegentlich zu Verletzungen von Fahrgästen. Solche Bremsungen seien oft nötig, um Unfälle zu vermeiden – etwa, wenn andere Verkehrsteilnehmer Verkehrsregeln missachteten.
„Wir beobachten, dass sich zunehmend Fahrgäste frei stehend, also ohne sich einen festen Halt zu verschaffen, in unseren Bahnen aufhalten“, sagte ein KVB-Sprecher der dpa. Das bleibe häufig nicht ohne Folgen. So komme es etwa in Kurven zu Stürzen.
„Insgesamt beobachten wir die Unfallentwicklung mit Sorge, denn jeder Unfall bedeutet eine Beeinträchtigung der Betriebsabläufe“, sagte der Sprecher weiter. Jedes Jahr würden bei Unfällen rund 25 Bahnen so stark beschädigt, dass sie teilweise erst nach mehreren Wochen wieder eingesetzt werden könnten.
KVB: Kollisionswarnsystem im Test
Die KVB verweist zugleich auf technische Verbesserungen. Bei aktuellen Stadtbahn-Modellen können die Kupplungen an der Fahrzeugfront weggeklappt und verdeckt werden. Bei Kollisionen würden Fahrzeuge dadurch meist nur noch zur Seite geschoben. Die Zahl schwerer Verletzungen bei Fahrzeuginsassen habe so deutlich reduziert werden können.
In den kommenden sechs Jahren will die KVB etwa die Hälfte ihres Stadtbahn-Fuhrparks erneuern. Alle neuen Bahnen sollen mit einem Kollisionswarnsystem ausgestattet werden. Seit Anfang des Jahres wird ein solches System bereits in zwei Bahnen getestet.
Zudem hat die KVB drei Fahrsimulatoren für die Stadtbahn bestellt. Damit soll die Ausbildung der Fahrerinnen und Fahrer weiter verbessert werden.
