Köln hat nun vier Zentren

Krankenhaus Merheim wird Spezialzentrum für Patienten nach Herzstillstand


21.09.2026 – 17:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Amir Adem Teshome, Axel Meissner, Hannah Makait und Michelle Sitter: Die Klinik Merheim ist jetzt „Cardiac Arrest Center“. (Quelle: Kliniken Köln/Costa Belibasakis)

Das Krankenhaus Merheim ist erstmals als „Cardiac Arrest Center“ zertifiziert worden. Köln hat damit nun vier spezialisierte Zentren für die Behandlung nach Herzstillstand.

Köln hat ein weiteres zertifiziertes Zentrum für die Behandlung von Menschen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Das Krankenhaus Merheim der Kliniken der Stadt Köln ist erstmals als sogenanntes „Cardiac Arrest Center“ (CAC) zertifiziert worden. Damit ist Merheim zugleich das erste entsprechende Zentrum innerhalb des städtischen Klinikverbunds.

Nach Angaben der Kliniken gibt es im Kölner Stadtgebiet derzeit insgesamt vier zertifizierte Cardiac Arrest Center. Linksrheinisch zählen dazu das Krankenhaus der Augustinerinnen – Severinsklösterchen sowie das St. Vinzenz-Hospital. Rechtsrheinisch verfügen das Evangelische Krankenhaus Kalk und nun auch das Krankenhaus Merheim über die Zertifizierung.

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Cardiac Arrest Center sind auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand spezialisiert. Für die Zertifizierung werden unter anderem medizinische Qualitätsstandards, organisatorische Abläufe und die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche geprüft. Grundlage sind Vorgaben des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC), beteiligt ist auch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK).

Mehr als 50 Patienten nach Herz-Kreislauf-Stillstand in Merheim

Wie relevant die Behandlung für den Standort Merheim ist, zeigen Zahlen der vergangenen Jahre. Im Jahr 2024 wurden dort 54 Patientinnen und Patienten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb des Krankenhauses behandelt.

Für 2025 lag die Zahl nach Angaben der Kliniken etwas höher. Eine abschließend validierte Gesamtzahl gebe es allerdings noch nicht.

Seit Januar 2026 werden die Fälle in Merheim zudem systematisch im Reanimationsregister dokumentiert. Bis zur Jahresmitte wurden dort 35 Patientinnen und Patienten nach einem präklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand erfasst.

Für die Zertifizierung mussten nach Angaben der Kliniken nicht sämtliche Strukturen neu geschaffen werden. Sie bestätige im Wesentlichen bereits bestehende medizinische und organisatorische Abläufe. Im Zuge des Verfahrens sei die Zusammenarbeit der beteiligten Kliniken und Fachbereiche allerdings noch einmal überprüft worden.

Zudem seien gemeinsame Standards verbindlich festgelegt und zusätzliche Abläufe definiert worden.

Sieben Patienten mit eCPR in Köln-Merheim behandelt

Eine besondere Rolle spielt in Merheim inzwischen auch die sogenannte eCPR. Dabei wird während einer laufenden Reanimation eine extrakorporale Herz-Lungen-Unterstützung eingesetzt. Vereinfacht gesagt übernimmt ein Gerät vorübergehend Teile der Herz- und Lungenfunktion, um Zeit für die weitere Behandlung zu gewinnen.

Das entsprechende Programm gibt es in Merheim seit Oktober 2025. Seitdem wurden nach Angaben des Krankenhauses sieben Patientinnen und Patienten unter Reanimationsbedingungen mit einer solchen Unterstützung behandelt.

Vier von ihnen hätten anschließend ein „sehr gutes neurologisches Behandlungsergebnis“ erreicht, teilten die Kliniken auf Anfrage der Kölner Redaktion von t-online mit. Die Methode komme allerdings nur für eine sehr kleine Gruppe von Patientinnen und Patienten infrage, weil dafür strenge medizinische Voraussetzungen erfüllt sein müssten.

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