Beschädigte Gleise und Räder

Nach der Hitze: Wie die lahmgelegte Straßenbahn wieder fahren soll


Aktualisiert am 01.07.2026 – 18:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Reinigungs-Spezialfirma reinigt mit einem Höchstdruck-Reinigungsfahrzeug mit Wasserwagen die Straßenbahnschienen. Seit dem Wochenende fahren die Nürnberger Straßenbahnen wegen Hitzeschäden nicht.

Eine Spezialfirma reinigt mit einem Höchstdruck-Reinigungsfahrzeug die Straßenbahnschienen. Wegen Hitzeschäden fahren die Nürnberger Straßenbahnen nicht. (Quelle: dpa/Daniel Karmann)

Extreme Hitze bringt den Straßenbahnverkehr in Nürnberg zum Erliegen. Die VAG kämpft weiter gegen die Verschmutzungen – Entwarnung ist noch nicht in Sicht.

„Das ist ein Prozess, den wir so noch nie hatten.“ So beschreibt VAG-Pressesprecherin Elisabeth Seitzinger die Folgen der Hitzewelle für den Nürnberger Straßenbahnverkehr. Ein Ende der Sperrung ist auch an Tag 4 noch nicht absehbar.

Vor allem zu Wochenbeginn war das Ausmaß der Störung sichtbar. Beispiel Südstadt: Dort versperrten Flatterbänder den Zugang zu den Straßenbahnhaltestellen. VAG-Mitarbeiter standen beisammen und berieten sich über das weitere Vorgehen. Neben den Schienen lagen dunkelgraue Fetzen: Spuren, die erahnen ließen, warum die Bahnen nicht fahren.

Schwarze Fetzen auf der Straße: Straßenbahn fährt vorerst nicht

Für viele Fahrgäste bedeutet diese Situation Umwege und Wartezeiten. Sie standen am Montag etwa bei Mittagshitze auf den schmalen Gehwegen neben gesperrten Haltestellen und warteten auf Ersatzbusse, die sie zu den nächstgelegenen U-Bahn-Stationen bringen sollten.

Der Nürnberger Straßenbahnbetrieb bleibt wegen Hitzeschäden vorübergehend eingestellt. (Quelle: IMAGO/Ardan Fuessmann/imago)

In Spitzenzeiten an Werktagen nutzen rund 200.000 Fahrgäste die Straßenbahn, erklärt die Sprecherin auf Nachfrage der Nürnberger Lokalredaktion von t-online. Eine vergleichbare Situation habe es in Nürnberg „noch nie, nicht ansatzweise“ gegeben.

Als Ursache nennt sie die außergewöhnliche Hitze der vergangenen Tage: Der Kipppunkt scheine bei Temperaturen um 40 Grad zu liegen. Bei diesen Temperaturen, schlussfolgert die VAG, habe sich Bitumen zwischen Schienen und Asphalt gelöst.

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Dabei handelt es sich um Füllmasse, die normalerweise verhindert, dass Schiene und Asphalt direkt aufeinanderstoßen. Durch die extremen Temperaturen sei die Masse beim Befahren der Gleise aus den Fugen gezogen worden, habe sich um die Räder der Straßenbahnen gewickelt und auf den Gleisen verteilt.

Reinigung läuft auf Hochtouren

Derzeit werde sowohl das gesamte Streckennetz als auch alle Straßenbahnen gereinigt. Die groben Verunreinigungen seien bereits entfernt worden, erklärt die Sprecherin weiter. Nun liefen die Feinarbeiten. Dabei unterstützt eine Spezialfirma mit einem Trockeneis-Verfahren. Auch die Fahrwerke der Bahnen müssen in mehreren Arbeitsschritten gesäubert und anschließend sicherheitstechnisch überprüft werden.

Bitumen kommt als Bindemittel im Asphalt zum Einsatz und hat im Gleisbau eine stoßdämpfende Wirkung. Die geschmolzene Masse hängt nun in den Rädern fest. (Quelle: VAG/Thomas Luber)
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