Der Skandal um die „Mystery Box“

Zwischen den beiden sportlichen Vorfällen erregte Adeyemi zudem abseits des Platzes negative Aufmerksamkeit, als gegen ihn ein Strafbefehl wegen illegalen Waffenbesitzes und eine Geldstrafe verhängt wurde. Adeyemi erklärte den Vorfall mit der Bestellung einer „Mystery Box“, deren Inhalt er nicht gekannt habe.

Trotz allem wollte Dortmund den Vertrag mit Adeyemi, der noch bis Sommer 2027 gültig gewesen wäre, verlängern. Doch der 24-Jährige erklärte, für eine Verlängerung nicht zur Verfügung zu stehen und den Klub spätestens nach Ablauf des Arbeitspapiers verlassen zu wollen. Der BVB geriet unter Zugzwang – und musste den Spieler am Ende für eine Ablöse von 22 Millionen Euro ziehen lassen, um im kommenden Sommer nicht gänzlich leer auszugehen. Inklusive Boni kann die Summe zwar noch auf 30 Millionen Euro ansteigen, doch auch das entspräche gerade mal dem Einkaufswert.

Umso frustrierender für Dortmund: In Spanien blüht Adeyemi seither auf. Unter Trainer Hansi Flick, der ihn während seiner Amtszeit als Bundestrainer bereits zum Nationalspieler machte, ist Adeyemi ein wichtiger Teil der offensiven Dreiereihe – häufig als Impulsgeber von der Bank. In elf Pflichtspielen erzielte Adeyemi bereits vier Treffer und steuerte drei weitere Vorlagen bei. Zuletzt war er mit einem Treffer am 4:1-Sieg in der Champions League bei Galatasaray Istanbul beteiligt – auch in diesem Wettbewerb schon sein zweites Tor im zweiten Spiel.

Sah das Potenzial in Karim Adeyemi: Barcelona-Trainer Hansi Flick. (Quelle: IMAGO/Tolga Uluturk/imago-images-bilder)

Nachdem Adeyemi unter Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht für den WM-Kader berufen worden war, verschaffte ihm der starke Saisonstart zuletzt auch eine Berufung in den ersten Kader von Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp.

Doch warum ist Adeyemi auf einmal in Topform? Zum einen dürfte ihm helfen, dass er in Spanien etwas aus dem Rampenlicht der deutschen Medienöffentlichkeit gerückt ist, die durch seine Fehltritte zunehmend kritisch auf ihn blickte.

Vor allem kommt ihm aber das System von Trainer Hansi Flick zugute: Während Adeyemi in Dortmund auf einer der Halbpositionen hinter der Spitze spielen musste, darf er in Barcelona wieder als echter Flügelspieler auflaufen. Dort kann er seine große Stärke, die Geschwindigkeit, voll zur Entfaltung bringen. Eine Qualität, die für Barças temporeiches Spiel dringend gebraucht wird.

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