Schule

Studie: Jungs viel seltener auf dem Gymnasium

Aktualisiert am 28.04.2026 – 11:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Ungleichheit der Bildungschancen in Deutschland habe sich weiter verfestigt, heißt es in der Studie. (Symbolbild) (Quelle: Armin Weigel/dpa/dpa-bilder)

Der neue „Chancenmonitor“ bestätigt die bekannte Erkenntnis, dass Kinder aus wohlhabenden Akademikerfamilien bessere Bildungschancen haben. Neu ist diesmal ein anderer Schwerpunkt.

Jungen kommen viel seltener aufs Gymnasium als Mädchen. Dies geht aus dem sogenannten Chancenmonitor des Ifo Instituts hervor. Im Durchschnitt besuchten 40,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen ein Gymnasium. Von den Jungs waren es aber nur 36,9 Prozent, bei Mädchen hingegen 43,5 Prozent. „Jungen haben also deutlich geringere Bildungschancen als Mädchen“, schreiben die Forscher.

Sie werteten für die Studie in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Ein Herz für Kinder“ Daten von knapp 68.000 Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren aus dem Mikrozensus 2022 aus. Geschaut wurde nach dem Bildungsstand der Eltern, dem Haushaltseinkommen, dem Migrationshintergrund und der Frage, ob ein Elternteil allein erzieht.

Eine ähnliche Studie gab es schon 2023 auf Basis von Daten von 2019. Die damalige Erkenntnis, dass die Kinder von Gutverdienern mit Abitur viel häufiger den Sprung aufs Gymnasium schaffen, bestätigte sich. Bei Kindern von Eltern ohne Abitur und mit einem Haushaltseinkommen von unter 2.750 Euro netto liegt die Wahrscheinlichkeit, auf Gymnasium zu gehen, nur bei 16,9 Prozent. Bei 80,3 Prozent liegt sie hingegen, wenn beide Eltern Abitur haben, sie ihr Kind gemeinsam erziehen und zusammen mehr als 6.000 Euro netto haben.

„Insofern lässt sich generell feststellen, dass sich die Ungleichheit der Bildungschancen in Deutschland über die drei Jahre weiter verfestigt hat“, heißt es in der Studie. Diesmal legten die Wissenschaftler aber besonderes Augenmerk auf den sogenannten Gendergap, also Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Der Rückstand von Jungen bei der Schulbildung ziehe sich durch alle sozialen Schichten, erklärte Ifo-Forscherin Vera Freundl. Er verstärke sich im Verlauf der Schulzeit und betrage im Alter von 16 bis 18 Jahren sogar 9,6 Prozentpunkte.

Um Jungen besser zu fördern, empfiehlt die Studie unter anderem mehr männliche Erzieher in Kitas und Grundschulen. Wichtig sei auch, „Geschlechterstereotypen“ zu überwinden, also etwa, dass Lesen „Mädchensache“ sei.

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