CDU-Politiker stürzt über Krisenmanagement
„Das war Mist“: Wegner zieht Kandidatur zur Berlin-Wahl zurück
Aktualisiert am 10.07.2026 – 16:22 UhrLesedauer: 3 Min.
Politbeben in der Hauptstadt: Zwei Monate vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin zieht der Regierende Bürgermeister seine Kandidatur zurück.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) verzichtet auf eine erneute Kandidatur bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin am 20. September. Regierungschef will er aber bis zur Wahl bleiben. Bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag sagte er:
„Ich habe in den letzten Tagen festgestellt, dass ich mit den wichtigen Themen nicht mehr durchdringe.“ Er schaffe es nicht mehr, Botschaften zu senden, „weil eine andere Debatte alles überlagert“, sagte Wegner.
Wegner: „Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht“
„Ja, ich habe kommunikative Fehler gemacht“, sagte Wegner weiter. „Glauben Sie es mir, ich ärgere mich am meisten darüber. Das war Mist.“ Er wolle der bleiben, der er ist. „Die Stadt Berlin ist mir wichtiger als meine Person. Die Berliner sind mir wichtiger als meine Person und auch die Partei ist mir wichtiger.“ Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, so Wegner. „Deswegen werde ich heute Abend den Kreisvorsitzenden mitteilen, dass ich von einer Spitzenkandidatur Abstand nehme.“
Im Video | „Hat keiner hinbekommen“: Hier erklärt Kai Wegner seinen Rücktritt
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Wegner steht seit Monaten unter Druck wegen seines Krisenmanagements beim Stromausfall in Berlin Anfang des Jahres. Er hatte zunächst behauptet, nach dem Vorfall am 3. Januar den ganzen Vormittag Krisentelefonate geführt zu haben. Dann kam heraus, dass er mitten in der Krise Tennis spielen ging. Zuletzt wurde bekannt, dass Wegner das erste Telefonat an dem Tag erst um kurz vor 13 Uhr geführt hatte.
In der Pressekonferenz stellte Wegner zunächst auffällig lange seine eigenen Erfolge dar. Er sprach von den Bürgerämtern, die wieder besser funktionierten, und von der erfolgreichen Verwaltungsreform. Er sei „stolz“ auf das Geleistete, es sei ihm eine Ehre gewesen, für die Berliner Politik zu machen. „Nahezu rund um die Uhr“ habe er das gemacht.
Zum Management des Stromausfalls sagte Wegner: „Ich habe mir in der Sache nichts vorzuwerfen, die Kommunikation war Mist.“ Bis zur Wahl wolle er weiter als Regierender Bürgermeister der Stadt dienen – und sich auch wieder stärker um seinen Wahlkreis im Vorort Spandau kümmern, für den er weiterhin als Direktkandidat zur Abgeordnetenhauswahl antreten werde.
