„Aufbau klarer Feindbilder“

Junge Neonazis wollen gegen CSD protestieren


24.07.2026 – 09:33 UhrLesedauer: 2 Min.

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Eine rechtsextreme Demo Ende November in Berlin (Archivbild): Hier waren auch Mitglieder der „Jägertruppe Berlin-Brandenburg“ beteiligt. (Quelle: IMAGO/imago)

Der CSD in Berlin zieht jedes Jahr Hunderttausende Menschen an. Wie in den vergangenen Jahren wollen Neonazis den Aufzug stören – dieses Mal sind sie besonders jung.

„Für Tradition, Familie und Deutsche Werte“ – so heißt es in einem Demoaufruf, der unter anderem von der rechtsextremen Jugendorganisation „Jägertruppe Berlin-Brandenburg“ (JT) auf Instagram verbreitet wird. Das Ziel: Den Ablauf des diesjährigen Christopher-Street-Days in Berlin zu stören.

Wie bereits in den vergangenen Jahren wollen sich am Samstag zahlreiche Neonazis am Rande des CSD-Demozugs versammeln. Unter dem Motto „Wir sagen ‚Nein zum CSD‘ – Schluss mit den Gendern – Es gibt nur zwei Geschlechter ‚Mann und Frau'“, das direkt einen falschen Artikel beinhaltet, findet die Kundgebung ab 12.30 Uhr am Potsdamer Platz statt.

„DPV“ und „JT“: „Aufbau klarer Feindbilder“ als Ziel

Neben der „Jägertruppe Berlin-Brandenburg“ ruft auch die Gruppierung „Deutsche Patrioten Voran“ (DPV) zur Demo auf. Die Kundgebung wurde auch von den beiden Gruppen angemeldet, so eine Sprecherin der Polizei. Es werden demnach 100 Teilnehmer erwartet. Nach Angaben der Polizei wird die Route jedoch noch geändert, weil sie sich mit der CSD-Strecke deckt.

Mitglieder der „Deutsche Jugend Voran“ (Archivbild): Nach der Inhaftierung ihres Anführers sind die Aktionen zurückgegangen. (Quelle: IMAGO/imago)

Auffällig an beiden Gruppen sind nach Angaben von Stephan Kuhlmann von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) „neben dem jungen Alter vor allem die sehr offen gehaltenen Kontakt- und Einstiegsmöglichkeiten über soziale Netzwerke“. Ihnen gehe es weniger um ideologische Erziehung, sondern vielmehr um „um die eigene Selbstinszenierung und den Aufbau klarer Feindbilder“, so Kuhlmann. Beide rechtsextremen Gruppen seien personell klein, aber aktiv.

Wahrnehmung der DJV „deutlich zurückgegangen“

Auffällig ist in diesem Jahr, dass die oft gewaltbereite Berliner Jugendgruppe „Deutsche Jugend Voran“ (DJV) nicht mitmischen soll. Deren Anführer Julian M. befindet sich seit September 2025 wegen diverser Körperverletzungsdelikte in Haft. Danach folgten mehrfach Durchsuchungen bei Mitgliedern der Gruppierung.

Christopher Street Day in Berlin 2025 (Archivbild): Die Mobilisierungsstärke der jungen Rechtsextremen ist überschaubar. (Quelle: IMAGO/imago)

Dadurch ist die Wahrnehmung „deutlich zurückgegangen“, sagt Stephan Kuhlmann. Einzelne Mitglieder seien jedoch weiter aktiv, beispielsweise bei Aktionen der NPD-Nachfolgepartei „Die Heimat“. Die Verbindung zwischen der Partei und den jungen Rechtsextremen ist bereits seit letztem Jahr zu beobachten. Dies zeigte sich auch an den Teilnahmen an vergangenen Demos, bei denen sie gegen Sinti und Roma mobilisierten.

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