„Walflüsterer“ doch rausgedrängt?
Ostsee-Wal: Funkspruch bringt ITAW in Erklärungsnot
Aktualisiert am 19.04.2026 – 18:45 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Funkspruch bringt das ITAW aus Hannover im Fall „Timmy“ in Erklärungsnot. Darin wird Aktivist Lehmann mit Ausschluss gedroht – entgegen früheren Aussagen.
Ein neues Video des Biologen, Tierschutzaktivisten und Influencers Robert Marc Lehmann dokumentiert einen Funkspruch, der den offiziellen Aussagen der zuständigen Behörden zum Ablauf des Rettungseinsatzes von Buckelwal „Timmy“ widerspricht.
Im Video | „100 Prozent falsch“: Schwere Vorwürfe gegen Robert Marc Lehmann
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In dem Mitschnitt, der der Einsatzleitung zugerechnet und in dem unter anderem der Einsatz von Lehmanns Kameradrohne kritisiert wird, heißt es, Lehmann solle aus dem Bootsverband ausgeschlossen werden, sollte er sich weiter als „Querschießer“ betätigen. Es gehe darum, einen Wal herauszuleiten – nicht darum, „der nächste YouTube-Star zu werden“. Schon vorher war dem als „Walflüsterer“ bekannt gewordenen Biologen Selbstdarstellung vorgeworfen worden.
Auf einer Pressekonferenz in Wismar hatten Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) und Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Tierärztlichen Hochschule Hannover zuvor erklärt, man habe stets kooperieren wollen und den Biologen Lehmann zu keinem Zeitpunkt aktiv ausgeschlossen. Das ITAW hatte bei dem Rettungseinsatz des Wals in Niendorf (Schleswig-Holstein) die fachliche Leitung inne.
In seinem Video sagt Lehmann, er gehe davon aus, dass der Wal sterben werde, da zu viel Zeit verstrichen sei. Dies hatte er schon in vorherigen Instagram-Videos mehrfach mit einer 0,1-prozentigen Überlebenschance beziffert, noch ehe er zum Wal gestoßen war. Er selbst habe bereits an zwölf Walstrandungen in Neuseeland teilgenommen und verfüge in Deutschland über die meiste Expertise für derartige Situationen. Über eine wissenschaftliche Spezialisierung auf Wale verfügt Lehmann allerdings nicht.
