„Nicht unser Team“

Iranische Fans buhen eigenes Team aus – US-Beamte greifen durch


Aktualisiert am 22.06.2026 – 04:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Los Angeles: Iranische Fans protestieren gegen das Regime in Teheran. (Quelle: Ty Oneil/AP)

Die Teilnahme des Iran an der Fußball-WM ist ein Politikum. Bei der Partie gegen Belgien kommt es zu Rangeleien. Sicherheitsbeamte führen einen Mann ab.

Beim zweiten Spiel des Iran bei der Fußball-WM ist es zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und Ordnungspersonal gekommen. Ein Mann versuchte, nach dem 0:0 gegen Belgien in Inglewood auf den Rasen zu gelangen, wie der Weltverband Fifa mitteilte. Wie auf Bildern zu sehen ist, trug er ein Shirt mit einem Aufdruck der iranischen Fahne aus der Zeit vor der Islamischen Revolution, die von der Fifa verboten wurde.

Der Mann wurde von Ordnern abgeführt. Auch auf den Rängen griff das Sicherheitspersonal ein. Die Hintergründe blieben zunächst unklar. Die Fifa war am Sonntagabend (Ortszeit) zu weiteren Details der Vorfälle angefragt. Was mit dem Mann passierte, ist bislang nicht bekannt.

Beim Abspielen der Nationalhymnen für beide Mannschaften buhten einige iranische Fans im Stadion ihr Team deutlich hörbar aus. Dies war auch schon beim ersten Spiel der iranischen Elf so gewesen. Wie der US-Sender FoxNews berichtet, soll die Fifa die Sicherheitschecks vor dem Stadion für die Partien mit iranischer Beteiligung verschärft haben, um regierungskritische Symbole – auf T-Shirts oder Flaggen – zu konfiszieren. Dagegen waren Unterstützer des Teheraner Mullah-Regimes von den scharfen Kontrollen ausgenommen, sie gelangten ohne Durchsuchungen in die Arena.

Demonstranten fordern „Regimewechsel im Iran“

Die Teilnahme des Iran bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada ist wegen des Kriegs mit den USA und Israel in den vergangenen Monaten ein Politikum. Für die iranische Nationalmannschaft gelten strengere Restriktionen, unter anderem bei der Ein- und Abreise. Das Teamquartier hatte der iranische Verband nach Mexiko verlegt. Schon beim ersten WM-Spiel des Iran in dem Stadion nahe Los Angeles hatten sich in der Arena Gegner und Unterstützer Teherans versammelt.

Ein iranischer Demonstrant hielt in der SoFi-Arena ein Schild mit der Aufschrift „Wo ist Rashid Mazaheri?“ hoch. Er bezog sich damit auf den ehemaligen Torhüter der iranischen Nationalmannschaft, dessen Inhaftierung im Frühjahr zu einem öffentlichen Aufschrei geführt hatte. Nachdem er Anfang dieses Jahres die Führung des iranischen Regimes öffentlich scharf kritisiert hatte, wurde er in Haft genommen.

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