Trotz Verbots

Irannische Fans zeigen verbotene Flaggen bei WM-Spiel

Aktualisiert am 16.06.2026 – 03:23 UhrLesedauer: 2 Min.

Protest auf dem Weg zum Stadion: Die historische Flagge des Iran gilt dort als Symbol der Opposition. (Quelle: IMAGO/JOEL MARKLUND/imago)

Die iranischen Fans protestieren vor ihrem Auftaktspiel vor dem Stadion in Los Angeles gegen das Regime in Teheran. Mit einer Flagge, die bei der WM verboten ist.

Während des Abspielens der iranischen Nationalhymne unmittelbar vor dem Anstoß des WM-Spiels gegen Neuseeland sind im Stadion laute Pfiffe zu hören gewesen. Die iranische Mannschaft stand geschlossen im Mittelkreis, die Spieler hielten sich jeweils die Hand auf die Brust. Wegen des Iran-Kriegs ist die Partie in Inglewood politisch stark aufgeladen, vor dem Stadion hatte es Protestbekundungen gegeben.

Schon Stunden vor dem Anpfiff der WM-Partie zwischen dem Iran und Neuseeland ist es in Los Angeles zu Protesten gegen das Regime in Teheran gekommen. Zahlreiche iranische Fans zeigten dabei eine Flagge, deren Verwendung bei dem Turnier eigentlich untersagt ist.

„Die Fußballmannschaft der terroristischen Islamischen Republik vertritt nicht die Menschen im Iran“, war auf einem Schild vor der Arena zu lesen. Viele Menschen schwenkten – dann auch im Stadion – alte iranische Flaggen aus der Zeit vor der Islamischen Revolution. Die Stimmung war in Inglewood nahe Los Angeles friedlich, wie ein dpa-Reporter beobachtete.

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Im riesigen SoFi Stadium waren viele Anhänger mit der früheren iranischen Nationalflagge zu sehen. Diese wurde bis zur Islamischen Revolution 1979 offiziell verwendet. Sie zeigt ein Löwen- und Sonnenmotiv und gilt heute als Symbol der Opposition.

Verwendung der Flagge gerichtlich untersagt

Auch vor dem Stadion protestierten zahlreiche iranische Fans gegen die Führung in Teheran. Im Süden Kaliforniens lebt die größte iranische Gemeinde außerhalb des Iran. Die erste WM-Partie des Team Melli in den USA galt trotz des laut US-Präsident erreichten Friedensabkommens zwischen den beiden Kriegsparteien als besonders brisant.

Erst wenige Stunden vor dem Auftaktspiel hatte der Oberste Gerichtshof des Bezirks Los Angeles entschieden, dass das Verbot der historischen Flagge bei der WM bestehen bleibt. Hintergrund war eine kurzfristige Klage des „Institute for Voice of Liberty“ sowie eines iranischen Fans. Darüber berichtete die „New York Times“.

Richter Curtis A. Kin begründete die Entscheidung mit den Worten, Meinungsfreiheit sei zwar „unglaublich wichtig“ und „heilig“, aber eben „nicht unbegrenzt“. Weiter sagte er, dies gelte „etwa im Fall privater Akteure auf privatem Grund, und wie frühere Fälle gezeigt haben, muss sie in angemessener Weise geregelt werden können“.

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