Auch Wohnhäuser bedroht
Ameise plagt deutsche Großstadt
Aktualisiert am 24.04.2026 – 07:04 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Insektenart, die eigentlich im Mittelmeerraum heimisch ist, breitet sich immer mehr in Deutschland aus. Karlsruhe muss schon jetzt reagieren.
Die deutsche Großstadt Karlsruhe hat mit einem Ameisenproblem zu kämpfen – und verfügt deswegen bereits seit dem vergangenen Jahr über eine Ameisenkoordinatorin. Denn: In der Stadt in Baden-Württemberg breitet sich die invasive Ameisenart Tapinoma magnum aus. Ameiskoordinatorin Karen Eßer betont gegenüber dem „Spiegel“ in einem Text vom Donnerstag, wie schwerwiegend das Problem ist: „Sie sind überall.“
Ursprünglich stammen die auf Deutsch als Drüsenameisen bezeichneten Insekten aus dem Mittelmeerraum – seit mehreren Jahren breitet sie sich aber auch in Deutschland aus. Die Drüsenameisen bilden oft Superkolonien mit mehreren Königinnen. Da sie in Deutschland kaum natürliche Fressfeinde hat, kann sie sich hier so stark ausbreiten. Auch dass ein Ameisenbau mehrere Königinnen hat, macht die Bekämpfung schwieriger.
Beim Bau ihrer Nester „unterhöhlt“ die Ameise Gehwege. Sie kann auch für das Fundament von Wohnhäusern zu einer Bedrohung werden. Auf der Suche nach Nahrung können die Ameisen zudem in Küchen und Vorratskammern eindringen.
Wie Eßrich dem „Spiegel“ erklärte, findet sich die Ameisenart inzwischen überall in der Karlruhe: In Stromkästen, in Hausfundamenten und unter Gehwegen. Die Ameisenart hat sich in acht Stadtteilen ausgebreitet. In einer Nachbarstadt ist die Plage so schlimm, dass es deswegen bereits Strom- und Internetausfälle gegeben habe.
Wie der SWR berichtet, hat die Stadt deswegen bereits reagiert. Nicht nur die Stelle von Karen Eßrich wurde geschaffen. Zudem gibt es seit dem vergangenen Jahr zwei professionelle Ameisenbekämpfer, die bei der Stadt angestellt sind. Für sie hat Karlsruhe auch ein Spezialgerät angeschafft, mit dem sich die Insekten mit Wasserdampf bekämpfen lassen.
