„Schule ist zum Tatort geworden“
Hunderte trauern nach tödlichem Angriff in Brandenburg
28.08.2026 – 12:29 UhrLesedauer: 2 Min.
An einer Schule in Gosen-Neu Zittau sterben eine 18-Jährige und ein Erzieher durch eine Gewalttat. Einen Besuch in dem kleinen Ort im Kreis Oder-Spree, der Halt sucht.
Die Gewalttat an einer Schule mit zwei Toten hat den kleinen Ort Gosen-Neu Zittau bis ins Mark erschüttert. Noch am Abend nach der Tat fanden sich weit über hundert Menschen an der Schule ein, um Blumen niederzulegen, Kerzen anzuzünden und gemeinsam zu trauern. Viele Menschen weinten und hielten sich in den Armen. Es herrschte eine bedrückende Stimmung.
„Die Schülerin war allen gut bekannt“
„Das ist nichts, was normal ist an einer Schule“, sagte Michael Kunz, Sprecher der Academedia Education GmbH, die Muttergesellschaft der Docemus-Schulen. „Die Schülerin war allen gut bekannt.“ Es werde sehr schwer sein, zu irgendeiner Form der Normalität zurückzukehren, so Kunz. Man wolle nun schauen, wie es für die Schule mit Blick auf den Unterricht weitergehe. Die Schule sei am Freitag als „Begegnungsraum“ und Ort der Trauer geöffnet. Mindestens die Hälfte der Schüler war laut Kunz am Vormittag teilweise mit Familienangehörigen zum Trauern gekommen.
- Entwicklung am Freitag: Polizei gibt neue Details zu Opfern bekannt
Am Donnerstag waren bei der Tat an der Schule ein 18-Jähriger und ein 30-jähriger Erzieher getötet worden. Ein 19-jähriger Tatverdächtiger sitzt seitdem in Polizeigewahrsam. Die Polizei spricht von einer „Beziehungstat“ gegen eine der beiden Toten – eine 18-jährige Frau. Bei der Tat starb auch ein 30-jähriger Kita-Erzieher. Angaben zu dem möglichen Motiv und zum Tatwerkzeug machte die Polizei bislang nicht. Medienberichten zufolge soll es sich um ein Messer handeln.
„Niemand soll mit dem Erlebten allein bleiben“
Auch am Tag nach der Tat stand die Trauer in dem Ort mit rund 3.500 Einwohnern im Fokus. Immer wieder kamen Menschen in Gruppen vor die Schule. Es wurde viel geweint, getrauert. Es herrschte Stille und große Betroffenheit. „Für die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte auf dem Campus werden heute schulpsychologische Fachkräfte und ein Notfallteam des Schulamtes vor Ort sein. Niemand soll mit dem Erlebten allein bleiben“, hieß es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung Oder-Spree.
