Meeresbiologen rätseln

Massensterben – Hunderte Walkadaver an Strand gespült


26.09.2026 – 09:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Toter Jungwal am Strand: Derzeit nehmen Wissenschaftler einen Bakterienbefall als Ursache des Massensterbens an. (Quelle: Jordana Ibanez/dpa)

Ausgewachsen sind die Tiere bis zu 17 Meter lang und haben die schwersten Hoden der Welt. Im Augenblick stirbt ein Jungtier nach dem anderen.

In der südargentinischen Provinz Chubut beschäftigt ein Massensterben von Walen die Behörden. Bilder zeigen mit toten Tieren übersäte Strände, auf der Halbinsel Valdés liegen die Kadaver dicht an dicht. Allein in der vergangenen Woche sind Dutzende Walkälber angespült worden, insgesamt wurden seit Juni bereits Hunderte verendete Jungtiere gezählt.

Meeresbiologen rätseln über die Ursache. Die Provinzregierung von Chubut erklärte, Spezialisten und wissenschaftliche Teams seien eingeschaltet. Alle registrierten Strandungen würden kontinuierlich überwacht.

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Als wahrscheinlichste Ursache des Massensterbens gilt ein Bakterium, das offenbar zu einem Ausbruch von Rotlauf (auch Wundrose genannt) geführt hat – einer Krankheit, die auch Menschen bekommen können und die zu schmerzhaften Schwellungen der oberen Hautschichten und hohem Fieber führen kann. Der Wissenschaftler Mariano Coscarella vom argentinischen Forschungsrat Conicet sprach von einer „recht hohen Sterblichkeitsrate“ unter den Walen.

Jedes gefundene Exemplar wird registriert und „sofern es die Umwelt- und Logistikbedingungen sowie der Erhaltungszustand des Tieres zulassen“ von Spezialisten begutachtet. (Quelle: Jordana Ibanez/dpa)

Betroffen sind Südliche Glattwale (Eubalaena australis), auch Südkaper genannt. Die Meeressäuger erreichen eine Länge von bis zu 17 Metern und wiegen im Schnitt 40 Tonnen – etwa so viel wie vier Elefanten. Die Bullen haben die größten Hoden aller Tierarten: Jeder einzelne kann bis zu 500 Kilogramm wiegen.

Südkaper: Population uns Todesfälle schwanken

Südkaper ziehen zur Fortpflanzung und Aufzucht ihrer Jungen an die Küsten Argentiniens, Brasiliens und Uruguays. In den nordpatagonischen Golfen Argentiniens halten sie sich dabei in großer Zahl auf. Im vergangenen Jahr wurde in dem Gebiet 2.110 Wale gezählt – so viele wie noch nie. Darunter waren 800 Kälber. In diesem Jahr zählten die Behörden laut Coscarella dagegen nur 1.375 Wale, darunter fast 400 Kälber.

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Die Walpopulation der Region sieht der Forscher durch die jüngsten Todesfälle aber nicht gefährdet. Angesichts der durchschnittlichen Lebenserwartung des Südlichen Glattwals von gut 60 Jahren seien die Todesfälle „keine mittelfristige Gefahr“.

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