Hamburg-Rahlstedt

Hund beißt Kind minutenlang in den Kopf: Urteil

21.04.2026 – 19:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Stafford-Mischling (Symbolbild): Ein Hund dieser Rasse hat zweimal Kinder angegriffen. (Quelle: Mary H. Swift)

Der Besitzer hatte seinen Hund seiner Mutter überlassen. Dann biss der Vierbeiner ein zweijähriges Kind. Bereits zuvor war das Tier auffällig geworden. Das Gericht sprach nun ein Urteil.

Das Amtsgericht Hamburg-Wandsbek hat einen 32-jährigen Hundehalter wegen fahrlässiger Körperverletzung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er habe als Halter eines gefährlichen Hundes seine Sorgfaltspflichten nicht beachtet, so das Gericht.

Strafverschärfend wertete das Gericht, dass der Angeklagte von der Gefährlichkeit seines Hundes wusste. Das Tier hatte bereits 2019 ein siebenjähriges Kind gebissen und verletzt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Dennoch hatte der 32-Jährige seinen American-Staffordshire-Terrier-Mischling im Frühjahr 2022 seiner Mutter überlassen und war in den Urlaub gefahren. Die Mutter sei im Umgang mit gefährlichen Hunden weder erfahren noch geschult gewesen, hieß es.

Am 6. Juni 2022 fiel der Hund die zweijährige Enkeltochter der Frau an und verbiss sich mehrere Minuten lang in ihren Kopf. Anwohner eines Mehrfamilienhauses hörten Hilfeschreie und alarmierten die Polizei. Erst mit Hilfe der Beamten konnte das Kind befreit werden.

Das Mädchen erlitt tiefe Wunden an Gesicht und Kopf sowie ein offenes Schädelhirntrauma. Eine Notoperation rettete ihr Leben. Nach Angaben des Gerichts geht es dem Kind inzwischen wieder gut.

Der 32-Jährige hatte die Tat zum Prozessauftakt gestanden und für sein Versagen um Entschuldigung gebeten, wie der Gerichtssprecher mitteilte. Der Hund wurde nach der Attacke eingeschläfert, hieß es. Die Rasse steht auf der Liste gefährlicher Hunde nach dem Hamburger Hundegesetz und darf nur mit behördlicher Erlaubnis gehalten werden.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Im Juni soll ein weiterer Prozess gegen die Mutter und die Großmutter des Kindes stattfinden. Gegen beide wurden Strafbefehle erlassen, gegen die sie Einspruch eingelegt haben.

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