Krise der FDP

Höne startet mit Rückenwind in Kampf um FDP-Bundesvorsitz

Aktualisiert am 18.04.2026 – 15:35 UhrLesedauer: 4 Min.

Henning Höne fordert für ein Comeback der FDP eine geschlossene Partei. (Quelle: Christoph Reichwein/dpa/dpa-bilder)

Existenzkrise, Führungsdebatte, zwei Kandidaten: Henning Höne hat im Rennen um den FDP-Bundesvorsitz eine wichtige Etappe genommen. Sein Landesverband stützt ihn. Aber ist er unangefochten?

Mit dem Rückhalt des größten FDP-Landesverbands zieht der nordrhein-westfälische FDP-Vorsitzende Henning Höne in den weiteren Kampf um den FDP-Bundesvorsitz. Der 39-jährige langjährige Landespolitiker wurde von einem Parteitag in Duisburg mit knapp 84,5 Prozent zum dritten Mal als Landeschef wiedergewählt. Er erzielte sein bisher bestes Ergebnis. Ende Mai tritt der bundesweit so gut wie unbekannte Höne beim FDP-Bundesparteitag gegen den prominenten FDP-Politiker Wolfgang Kubicki an.

Ein Jahr vor der Landtagswahl im bevölkerungsstärksten Bundesland Nordrhein-Westfalen stärkten die knapp 400 Delegierten Höne mit dem Votum auch den Rücken für einen schwierigen Wahlkampf. Die existenzbedrohte FDP muss auch in NRW um den Wiedereinzug in den Landtag bangen.

Höne betonte, dass für ein Comeback der FDP im Bund die Wahl in NRW im April 2027 von entscheidender Bedeutung sei. Die NRW-FDP hat in der Partei großes Gewicht. Sie stellt mit rund 16.500 Mitgliedern den stärksten Landesverband der Liberalen und hat beim Bundesparteitag Ende Mai mit knapp einem Viertel der Delegierten einen entscheidenden Einfluss.

Auch in der NRW-Partei setzen allerdings einige auf den wortgewaltigen und prominenten Kubicki als künftigen Bundeschef. So war unter den Delegierten zu hören, dass die FDP in der aktuellen außerparlamentarischen Opposition derzeit ein bekanntes Gesicht an der Spitze brauche, um bundesweit wieder wahrgenommen zu werden.

Dass Höne in seinem eigenen Landesverband nicht die ganz unangefochtene Unterstützung hat, zeigt sein Wahlergebnis. Bei der Abstimmung kam er auf 326 Ja-Stimmen bei 50 Nein-Stimmen und zehn Enthaltungen. Enthaltungen zählt die FDP bei der Berechnung des prozentualen Ergebnisses mit. Er werte das Ergebnis aber als Rückenwind, sagte Höne. „Dieser Landesverband will kämpfen, das tun wir.“

Höne warnte die Partei vor einem innerparteilichen Machtkampf. Sowohl er als auch Kubicki kandidierten für das Comeback der FDP. „Wolfgang kandidiert nicht gegen mich, und ich kandidiere nicht gegen Wolfgang“, rief Höne unter dem Applaus der Delegierten. Es gebe zwischen ihnen zwar Unterschiede im Stil, Ton und in manchen Sachfragen. „Aber uns eint mehr, als uns trennt.“ Kubicki und Höne sind beide stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende.

Die FDP könne als Mannschaft nicht erfolgreich arbeiten, wenn „alle gegen alle konkurrieren“, sagte Höne. „Es gibt nur eine liberale Partei in Deutschland, und diese Partei muss wieder an alte Erfolge anknüpfen.“ Unabhängig vom Ausgang der Wahl würden sowohl er als auch Kubicki weiter eine Rolle in der Partei spielen. Der Wettbewerb zwischen ihnen helfe der FDP sogar, weil er die Partei so wieder spannend mache.

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