Nur zwei Dutzend überlebten

Peel P50: Hier steht das kleinste Auto der Welt


16.04.2026 – 13:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Rekord auf drei Rädern: Mit weniger als einem Meter Breite ist der Peel P50 das kleinste Serienauto der Welt. (Quelle: Benjamin Müller)

Er ist kaum größer als ein Spielzeug und wiegt weniger als sein Fahrer: Der Peel P50 hält den Rekord als kleinstes Serienauto der Welt. Ein fahrbereites Original aus den Sechzigern ist heute im niedersächsischen Einbeck zu sehen.

Wer neben dem Peel P50 „Trident“ steht, zweifelt zunächst an dessen Straßentauglichkeit. Das Auto wirkt wie ein geschrumpfter, ohnehin schon höchst handlicher Kabinenroller. Doch was im Automuseum „PS-Speicher“ steht, ist ein Meilenstein des Minimalismus. Mit einer Breite von weniger als einem Meter und einer Länge von gerade einmal 130 Zentimetern ist der Wagen so kompakt, dass er theoretisch in einen herkömmlichen Personenaufzug passen würde.

Die Konstruktion des britischen Herstellers Peel, benannt nach einem Badeort auf der Isle of Man, folgt einer radikalen Logik: Alles, was nicht unbedingt nötig ist, wurde weggelassen. Die Karosserie besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff, wodurch das Gesamtgewicht auf 60 Kilogramm sinkt. Diese Leichtigkeit ist notwendig, denn das Getriebe verzichtet auf einen Rückwärtsgang. Will der Fahrer wenden oder ausparken, nutzt er einen Metallgriff am Heck und zieht das Auto wie einen Rollkoffer in die gewünschte Richtung.

Im Inneren herrscht drückende Enge. Außer dem Fahrersitz und dem Lenkrad bietet die Kabine kaum Platz: Viel mehr als eine Aktentasche lässt sich zusätzlich zum Fahrer kaum unterbringen. Auch bei der Ausstattung wurde gespart. Es gibt nur eine Tür auf der linken Seite und lediglich einen Außenspiegel auf der rechten Seite. Sicherheitsgurte oder gar Knautschzonen fehlen völlig.

Obwohl der Einzylindermotor das Dreirad theoretisch auf bis zu 70 km/h beschleunigt, mahnen Experten zur Zurückhaltung. Durch die instabile Lage auf nur drei Rädern gelten Fahrten mit mehr als 25 km/h als nur sehr bedingt empfehlenswert. „Es ist ein ganz ungewöhnliches Gefühl“, schildert Stephan Richter vom „PS-Speicher“ das Fahrerlebnis. Ein Mechaniker des Museums hielt den Wagen bei der ersten Begegnung sogar für einen motorisierten Krankenfahrstuhl.

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