Alltag mit Implantat

Herzschrittmacher – ist Alkohol erlaubt?


Aktualisiert am 22.09.2026 – 11:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Menschen mit einem Herzschrittmacher sollten Alkohol nur nach ärztlicher Rücksprache trinken, da der Konsum zusätzliche Risiken birgt. (Quelle: SeventyFour/getty-images-bilder)

Wer einen Herzschrittmacher hat, kann oftmals ein normales Leben führen. Was beim Konsum von Alkohol zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Ein Herzschrittmacher kommt in erster Linie zur Behandlung einer Herzrhythmusstörung zum Einsatz, bei der das Herz zu langsam schlägt – einer sogenannten Bradykardie. Diese kann unbemerkt bleiben. Eine ausgeprägte Bradykardie kann aber mit Beschwerden einhergehen. Typisch sind etwa Schwindel und Bewusstseinsstörungen, mitunter kann es auch zu Ohnmachtsanfällen kommen. Ein Herzschrittmacher kann dann helfen: Er gibt bei Bedarf schwache elektrische Signale an das Herz ab und sorgt so dafür, dass es schnell genug schlägt.

Das Gerät wird im Rahmen einer Operation eingesetzt. Nach dem Eingriff können die Behandelten in vielen Fällen bald wieder in ihr gewohntes Leben zurückkehren. Sport, Sex, Urlaube – auf all das müssen Menschen mit einem Herzschrittmacher normalerweise nicht verzichten. Für einige Bereiche des Alltags gelten allerdings gewisse Regeln.

Wirkt sich Alkohol auf einen Herzschrittmacher aus?

Der Konsum von Alkohol hat keinen direkten Einfluss auf die Funktion eines Herzschrittmachers. Unabhängig vom Herzschrittmacher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) jedoch, auf alkoholische Getränke zu verzichten: Es gibt keine risikofreie Alkoholmenge. Wer dennoch Alkohol trinkt, sollte vor allem hohe Mengen und Rauschtrinken, also viel Alkohol in kurzer Zeit, vermeiden. Nicht wegen des Geräts, sondern aus gesundheitlichen Gründen.

Ein Schrittmacher kann zwar den Herzschlag stabilisieren. Er schützt das Herz jedoch keineswegs vor allem. Die Betroffenen können auch trotz des Geräts Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln. Und ein Zuviel an Alkohol begünstigt diese und andere Erkrankungen.

Darüber hinaus kann ein ausgeprägter Alkoholrausch für jemanden mit Herzschrittmacher noch aus einem weiteren Grund gefährlich werden: Unter Alkoholeinfluss steigt das Risiko für Stürze und – je nach Rahmenbedingungen – auch für Schlägereien. Bekommt die betroffene Person dabei harte Stöße oder Schläge auf die Brust ab, kann ihr Schrittmacher Schaden nehmen. (Deshalb raten Fachleute Menschen mit Herzschrittmachern auch von Kampfsportarten ab.)

Herzschrittmacher und Alkohol – lieber nur nach ärztlicher Rücksprache

Ein Herzschrittmacher spricht nicht zwingend gegen den Konsum von Alkohol. Dieser kann für die Betroffenen aber riskant sein. Ob sie ihre Trinkgewohnheiten ändern sollten und wenn ja, in welchem Maße, hängt von ihrem individuellen Gesundheitszustand ab. Darum ist es wichtig, mit der Ärztin oder dem Arzt über dieses Thema zu sprechen. Sie oder er kann am besten einschätzen, welche Einschränkungen im Hinblick auf die jeweiligen körperlichen Voraussetzungen notwendig sind.

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