Positiver Trend bei Herzinfarkten

Prognose bei dieser Gruppe immer noch deutlich schlechter

Aktualisiert am 16.09.2026 – 14:16 UhrLesedauer: 3 Min.

Herzinfarkt (Symbolbild): Frauen zeigen häufig andere Warnzeichen. (Quelle: eternalcreative/getty-images-bilder)

Die Sterberate durch Herzinfarkte ist zuletzt deutlich gesunken. Was der aktuelle Herzbericht über Ursachen, Trends und Herausforderungen der Versorgung zeigt.

Die gute Nachricht zuerst: Laut dem aktuellen Deutschen Herzbericht ist die Gesamtsterblichkeit durch Herzkrankheiten in Deutschland erneut insgesamt leicht gesunken. Ein deutlicher Rückgang wird insbesondere bei der Sterberate der Koronaren Herzkrankheit (KHK) verzeichnet, der Grunderkrankung des Herzinfarkts. Dabei sind Herzkranzgefäße verkalkt, die den Herzmuskel mit Blut versorgen. Der Bericht beruht auf Zahlen von 2024.

Sterberaten bei Herzkrankheiten sind zurückgegangen

Die Sterberate bei Koronarer Herzkrankheit sank dem Bericht zufolge pro 100.000 Einwohner innerhalb eines Jahres von 127,3 auf 118,3 – ein Rückgang um mehr als sieben Prozent: Starben bundesweit 2023 insgesamt knapp 119.795 Menschen infolge von Koronaren Herzkrankheiten – davon 43.839 Herzinfarkte –, waren es 2024 noch 113.473, davon 41.258 Herzinfarkte.

  • Warnzeichen erkennen: So fühlt sich ein Herzinfarkt an

Auch die Sterberaten durch andere Herzkrankheiten gingen zurück, mit einer Ausnahme: Die Zahl der angeborenen Herzfehler hat sich im Vergleich zum Vorjahr 2023 leicht erhöht.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Thomas Voigtländer, spricht von einem markanten und erfreulichen Rückgang. Als Grund sieht der Kardiologe Fortschritte in der Herzmedizin, sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie und Rehabilitation: Verfahren wie die Stent-Therapie oder die Bypass-Chirurgie seien weiterentwickelt worden, und auch medikamentöse Verfahren und die Rettungskette hätten sich verbessert.

Prognose bei Frauen nach Herzinfarkt deutlich schlechter

Nach wie vor ist nach einem akuten Herzinfarkt die Prognose bei Frauen deutlich schlechter als bei Männern: Im Jahr 2024 starben 14,4 Prozent der betroffenen Frauen, bei den Männern waren es 10,1 Prozent. Diese Kluft gebe es schon seit 2019, betont Voigtländer. „Die genauen Ursachen solcher Sterbefälle noch während eines Krankenhausaufenthalts bedürfen der Analyse.“

Die Unterschiede beruhen dem Bericht zufolge wohl auf Ursachen wie einer unterschiedlichen Multimorbidität, also dem zeitgleichen Auftreten mehrerer Erkrankungen. „Möglicherweise wird auch der Herzinfarkt bei Frauen erst später erkannt als bei Männern“, heißt es im Bericht.

Frauen haben oft weniger typische Herzinfarkt-Symptome

Nur ein Drittel der betroffenen Frauen bemerkt starke Schmerzen. Die Betroffenen spüren möglicherweise eher ein Druck- oder ein Engegefühl im Brustbereich. Häufiger bemerken Frauen im Vorfeld zudem Anzeichen wie Atemnot, Kurzatmigkeit. Mehr zu den Herzinfarkt-Symptomen bei Frauen erfahren Sie hier.

Weiterhin viele Krankenhausaufenthalte

Insgesamt wurden 2024 mehr als 1,65 Millionen herzbedingte Krankenhausaufenthalte gezählt, ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Allein durch Koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz – also Herzschwäche – gebe es pro Jahr rund 1,5 Millionen Klinikeinweisungen.

Ins Auge fällt laut Herzbericht, dass bei einer Herzschwäche ab einem Alter von 60 Jahren vollstationäre Aufnahmen ins Krankenhaus kontinuierlich zunehmen und ab 65 Jahren steil ansteigen. Mit zunehmendem Alter steige bei diesen Patienten das Risiko einer sogenannten akuten Dekompensation, also einer Komplikation, bei der sich die Herzfunktion plötzlich massiv verschlechtert. Bei engmaschiger Betreuung könnten Krankenhausaufenthalte vermieden werden, heißt es im Bericht. Für vulnerable Gruppen sei zudem die von der Ständigen Impfkommission empfohlene Grippeimpfung besonders wichtig.

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