Ballon d’Or

„Das habe ich noch nie gesehen“


Aktualisiert am 23.10.2026 – 15:17 UhrLesedauer: 4 Min.

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Harry Kane wird im Spiel gegen Arsenal von seinen Teamkollegen gefeiert. (Quelle: IMAGO/Bahho Kara/imago)

Harry Kane verblüfft Experten weltweit mit einem Auftritt, der selbst Jürgen Klopp vor ein großes Rätsel stellt. Folgt jetzt die Karriere-Krönung beim Ballon d’Or?

Aus München berichtet Julian Buhl

Harry Kane war wirklich nicht zu beneiden. Als der Topstürmer des FC Bayern nach dem 2:2 in der Champions League gegen Arsenal kurz nach Mitternacht in den Katakomben der Allianz Arena die Mixed Zone betrat, wusste der 33-Jährige ganz genau, was ihm jetzt noch bevorstand. Auf dem Weg zum Ausgang wartete noch eine Art Spießrutenlauf auf den Kapitän der englischen Nationalmannschaft. Denn sowohl die aus dem Vereinigten Königreich angereisten Reporter als auch die aus seiner Wahlheimat warteten dort auf ihn – und damit ein wahrer Interviewmarathon.

Kane, der zuvor noch die Dopingprobe über sich ergehen lassen musste, kam als letzter Spieler in die Interviewzone. Vollbepackt mit zwei Tüten in der rechten Hand und der edlen Schatulle, in der sich die Man-of-the-match-Trophäe verbarg, lässig unter den Arm geklemmt, stellte sich Kane auch noch dieser allerletzten Herausforderung des Abends.

An gleich mehreren Stellen blieb er jeweils vor einer Ansammlung von Journalisten stehen und stellte sich geduldig ihren Fragen. Als das geschafft war und die letzten Selfies mit einigen seiner drängendsten Fragestellern geknipst waren, durfte sich Kane endlich auf den Weg in den verdienten Feierabend machen. Mit höchster Professionalität hatte Kane schließlich diese letzte Aufgabe in der Mixed Zone gemeistert und auch dabei sein Multitasking-Talent als Alleskönner bewiesen.

Kane stellt selbst Klopp vor ein einziges großes Rätsel

Das war ihm bereits in den vorangegangenen 90 Minuten auf dem Platz einmal mehr eindrucksvoll gelungen. Kane schien schon dabei überall gefragt und dann auch tatsächlich gegenwärtig zu sein. Seine eigentliche Positionsbeschreibung als Mittelstürmer reichte da längst nicht mehr aus.

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Quelle: Gamecode

Denn Kane ließ sich beim Duell mit seinem ehemaligen Jugendklub mitunter tief ins Mittelfeld fallen und agierte von dort aus teilweise als Spielmacher der Bayern. Seine für einen Mittelstürmer bisweilen extrem ungewöhnliche Positionierung stellte selbst Bundestrainer Jürgen Klopp bei der Beobachtung des Spiels im Stadion vor ein einziges großes Rätsel.

Kein Wunder, denn Kane tauchte manchmal sogar in Liberoposition weit in der eigenen Spielhälfte auf. Und als er bei einem Abstoß den Raum erkannte, der sich vor ihm hinter der Mittellinie öffnete und in den Alphonso Davies gerade hineinsprintete, übernahm er kurzerhand auch noch diesen anstelle von Torhüter Manuel Neuer. Hätte Serge Gnabry die Großchance, die sich unmittelbar daraus ergab, nicht noch vergeben, hätte es dieser Spielzug, durch Kanes Geistesblitz eingeleitet, mit Sicherheit in jeden Rückblick auf die Highlights dieses Fußball-Kalenderjahres geschafft.

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