Tipps für Verbraucher

Handelsverband warnt vor China-Shops mit deutscher Tarnung


Aktualisiert am 18.08.2026 – 09:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Augen auf beim Onlinekauf: Immer wieder fallen als deutsche Shops getarnte China-Anbieter auf. (Quelle: Bevan Goldswain)

Immer wieder werden Online-Shops gemeldet, die speziell auf deutsche Kunden abzielen. Bei genauerem Hinsehen merkt man, dass sie gar nicht in Deutschland sitzen.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt Verbraucherinnen und Verbraucher vor Online-Shops, die scheinbar deutsch sind, hinter denen aber tatsächlich Anbieter aus China stehen. Diese würden oft die europäischen Vorgaben nicht beachten und häufig minderwertige Ware vertreiben, erklärte der HDE am Dienstag. Rücksendungen seien vielfach mit hohen Kosten verbunden. Bei den Verbraucherzentralen stünden zahlreiche problematische Shops auf den Warnlisten.

Der HDE warnte, dass die Kosten für einen Rückversand nach China je nach Größe des Pakets den Warenwert deutlich übersteigen könnten. Viele Käufer verzichteten deshalb auf ihr Widerrufsrecht und behielten die Ware. „Genau darauf basiert das Geschäftsmodell vieler dieser Anbieter“, erklärte der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp. „Die hohen Rücksendekosten machen die Ausübung des Widerrufsrechts und sogar Reklamationen wirtschaftlich unattraktiv.“

So erkennen Verbraucher die China-Läden

Die Shops würden häufig mit deutschem Namen, einer deutschen Domain und teilweise mit einer europäischen Anschrift auftreten, seien also oft nur schwer zu erkennen. „Verbraucherinnen und Verbraucher sollten deshalb insbesondere das Impressum, den Unternehmenssitz sowie die Widerrufs- und Rücksendebedingungen prüfen“, empfiehlt der HDE. Befinde sich der Unternehmenssitz oder die Rücksendeadresse in China, sollten Verbraucher misstrauisch werden. Hilfreich seien auch Erfahrungsberichte anderer Kunden.

Auf seiner Webseite bietet der HDE noch eine Checkliste für Verbraucher an, die sichergehen wollen, dass sie wirklich an einen deutschen Laden geraten sind:

  • Impressum prüfen: Ist der Unternehmenssitz dort wirklich in Deutschland? Gibt es überhaupt ein Impressum? Allein das Vorhandensein einer deutschen Internetadresse ist nicht aussagekräftig.
  • Rückgabebedingungen und AGB prüfen: Muss eine Retoure nach China geschickt werden? Sind die Rücksendekosten besonders hoch? Händler in China können bis zu 60 Euro für eine Retoure verlangen – ein Alarmsignal.
  • Versanddauer prüfen: Dauert es über eine Woche, bis der Artikel ankommt? Werden Zollgebühren verlangt?
  • Sprache prüfen: Sind die Formulierungen eigenartig, grammatikalisch falsch oder widersprüchlich, deutet auch das auf einen China-Shop hin.
  • Zahlungsmöglichkeiten: Achtung bei Anbietern, die nur Kreditkarten, Vorkasse oder gar Kryptowährungen annehmen.
  • Rezensionen prüfen: Haben andere Kunden den Shop schon mal bewertet? Suchen Sie gesondert nach Bewertungen, nicht auf der Webseite des Shops.

Wer sich noch mehr informieren möchte, kann auch die Checkliste der Polizei prüfen. Sie finden sie auf dieser Webseite. Darin wird erläutert, wie man unsichere Shops erkennt und wie man vorgeht, wenn man Opfer einer Online-Betrugsmasche geworden ist.

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