Kiez-Ikone gestorben

Er brachte die Beatles nach Hamburg – jetzt ist er tot

02.11.2026 – 01:58 UhrLesedauer: 3 Min.

Horst Fascher (Archivbild): Die Kiez-Legende ist im Alter von 90 Jahren gestorben. (Quelle: picture alliance / dpa/dpa-bilder)

Horst Fascher ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Der Hamburger gründete den Star-Club mit und holte die Beatles auf die Bühne.

Horst Fascher ist am Freitag im Alter von 90 Jahren gestorben. Der Hamburger war Mitgründer des legendären „Star-Clubs“ auf St. Pauli und gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter der Beatmusik in Deutschland. Sein Tod wurde von seinem Bruder Uwe Fascher bestätigt, zuvor hatten NDR und „Mopo“ berichtet.

Fascher starb im Krankenhaus, zuletzt hatte er längere Zeit in einem Altenheim gelebt. Sein Name ist untrennbar mit dem „Star-Club“ ia der Großen Freiheit 39 verbunden, dem Musikclub, den er in den frühen 1960er-Jahren mitgründete. Aus einem ehemaligen Kino machte er einen Ort, der zur Pilgerstätte der Beatmusik wurde. Für den Eröffnungsabend am 13. April 1962 holte Fascher die Beatles auf die Bühne.

Im „Star-Club“ spielte nachezu alle großen Namen des Rock ’n‘ Roll

Die Band aus Liverpool kannte er schon, bevor sie berühmt war. Im Kiez-Club Indra hatte er sie erstmals gehört – nicht unbedingt begeistert: „Da sahen wir fünf Typen. Drei Gitarren. Bassgitarre und Schlagzeug. Da war ja noch Stuart dabei. Also es war für mich mehr Skiffle, also mehr stumbling Musik, als Rock ’n Roll“, erinnerte er sich. Dennoch warb er die Band vom Konkurrenzclub „Top Ten“ ab. Das Gespräch mit Beatles-Manager Brian Epstein schilderte er so: „Ich habe mit den Jungs gesprochen und die haben gesagt, wenn Horst sowas sagt, dann meint er das auch. Also haben wir uns entschlossen, wir kommen zu dir in den Star-Club.“

Im „Star-Club“ traten in den Folgejahren nahezu alle großen Namen des Rock ’n‘ Roll auf: Chuck Berry, Jerry Lee Lewis, Ray Charles und Bill Haley standen auf der Bühne, alle gebucht von Fascher. Über seine Rolle als Talentförderer sagte er: „Ich mein‘ die Beatles, die haben sehr viel Chance und Gelegenheit in Hamburg gehabt im Star-Club zu üben, mit anderen Bands in Konkurrenz zu sein und das hat sie unheimlich angespornt glaube ich.“

Als Boxer brachte es Horst Fascher bis zum Hamburger Meister

Fascher hatte vor seiner Karriere als Musikmanager einen anderen Weg eingeschlagen. Seemann wie sein Vater wollte er werden, lernte aber Bootsbauer und Schiffszimmermann. Auf St. Pauli arbeitete er in verschiedenen Kneipen, als Kellner und als Geschäftsführer. Als Boxer brachte er es bis zum Hamburger Meister im Federgewicht. Mehrmals geriet er mit dem Gesetz in Konflikt, unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge nach einer Schlägerei mit Matrosen.

Als Booking-Manager und Geschäftsführer des „Star-Clubs“ packte er auch beim Herausschmeißen unliebsamer Gäste mit an. Der Club stand ohnehin im Visier der Polizei, Fascher handelte sich mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung ein. Haftstrafe und ein Verbot, sich auf St. Pauli aufzuhalten, folgten. Er verließ Deutschland und arbeitete als Musikmanager für die US-Streitkräfte in Vietnam. Der „Star-Club“ schloss 1969. In den 1970er-Jahren versuchte Fascher mit einem „Star-Club II“ neu anzufangen, das Projekt endete als Millionenpleite. Zur Eröffnung kamen Tony Sheridan, den er früher gemanagt hatte, sowie Ex-Beatle Ringo Starr.

Der legendäre „Star-Club“ an der Großen Freiheit (Archivbild): Ber der Eröffnung am 13. April 1962 standen hier die Beatles auf der Bühne. (Quelle: SVEN SIMON via www.imago-images.de/imago)
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