„Ich hatte noch nie so viel Angst“

Hochhäuser stürzen ein – aus den Trümmern dringen Schreie


Aktualisiert am 25.06.2026 – 10:33 UhrLesedauer: 2 Min.

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Im Video: Decken stürzen ein – Menschen fliehen in Panik.

Verzweifelte Schreie, überall Trümmer. Die ersten Bilder und Augenzeugenberichte lassen das Ausmaß der Erdbeben-Katastrophe in Venezuela erahnen.

Nach zwei schweren Erdbeben in Venezuela werden Zehntausende Tote befürchtet. Videos zeigen ganze Straßenzüge in Trümmern. Laute, anhaltende Schreie lassen Furcht und Verzweiflung offenbar werden, Menschen weinen. Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez rief den Ausnahmezustand aus. „Die wichtigste Botschaft an unser Volk ist: Halten Sie zusammen, um Leben zu retten“, sagte sie in einer Fernsehansprache.

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Bewohner der Hauptstadt Caracas berichten von schweren Schäden und schildern ihre Eindrücke. „Ich habe noch nie in meinem Leben so viel Angst gehabt, es war fürchterlich“, berichtete eine 57-Jährige der Deutschen Presse-Agentur (dpa) aus dem Osten der Millionenmetropole, die knapp 200 Kilometer vom Epizentrum der Beben entfernt ist.

Eingestürzte Gebäude, überall Schutt: Das Beben richtete enorme Schäden an. (Quelle: Javier Campos/dpa)

„Bei uns in der Nähe sind zwei Hochhäuser eingestürzt, am Nachbargebäude fehlen Wände“, ergänzte die 57-Jährige. Ihr Hochhaus sei weitgehend verschont geblieben. In ihrer Wohnung seien Möbel umgestürzt und Bilder von den Wänden gefallen, alles sei voller Scherben.

Stundenlanger Stromausfall – Hilferufe aus den Trümmern

Die Erschütterungen seien so stark gewesen, dass sie und ihr Mann zunächst gar nicht aus dem Zimmer gekommen seien. Zusammen mit Nachbarn seien sie dann schließlich auf die Straße gerannt. Zwei Anwohner hätten aus dem Aufzug befreit werden müssen. Nach den Beben sei stundenlang der Strom ausgefallen, auch das Mobilfunknetz habe nicht funktioniert.

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Eine BBC-Mitarbeiterin berichtete unterdessen: „Es fing an zu wackeln, ich sah, wie sich die Fenster bewegten, und ich dachte daran, mich zwischen die Haustür und eine Steinmauer zu stellen, die meiner Meinung nach ziemlich stabil ist, um mich zu schützen.“ Weiter sagte sie: „Es ist das erste Mal seit 37 Jahren, dass ich ein Erdbeben dieser Stärke gespürt habe.“ Aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes hätten Menschen um Hilfe gerufen.

Von heftigen Erschütterungen erzählte auch ein Bewohner aus der Nähe der Stadt Maracay, die rund 100 Kilometer von dem Epizentrum entfernt ist. „Ich saß im Auto und der Wagen hat sich hin und her bewegt, als handele es sich um ein Blatt Papier“, sagte er der dpa. Mindestens zwei Häuser in der Umgebung seien eingestürzt, darunter ein relativ neues. „Ich habe schon Erdbeben erlebt, aber noch keins wie dieses“, ergänzte der Mann. „Es war schlimm, wirklich schlimm.“ Er habe sich an das schwere Erdbeben von 1967 erinnert gefühlt, bei dem in Venezuela damals mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen waren.

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