Zeugenaussagen im Fall Fabian

Nacktbilder – und ein mysteriöser Bestechungsversuch


02.07.2026 – 17:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Angeklagte im Fall Fabian: Sie soll Männern Nacktbildern geschickt haben, um sie für sich einzuspannen. (Quelle: Danny Gohlke/dpa)

Mit einer seltsamen Aussage ruft ein junger Zeuge vor Gericht Stirnrunzeln hervor. Der 24-Jährige schildert einen ominösen Vorfall. Außerdem geht es um Nacktfotos.

Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat am Donnerstag ein Zeuge ausgesagt, der die Angeklagte Gina H. als „beste Freundin“ beschrieb. Vor Gericht erzählte er von einem angeblichen Bestechungsversuch. Er sei im Dezember 2025 auf seinem Grundstück von einer Frau und einem Mann bedroht worden, sagte der 24-Jährige. Sie hätten ihm 5.000 Euro geboten, wenn er schlecht über die Angeklagte Gina H. aussage – und sie so ins Gefängnis bringe. Das habe er strikt abgelehnt.

Die Frau, die ihn bestechen wollte, habe Rastazöpfe mit leicht blonden Spitzen gehabt, behauptete der 24 Jahre alte Zeuge – und löste so Erstaunen im Saal aus. Die Beschreibung passt auf eine Freundin der Mutter von Fabian. Diese Freundin war am Donnerstag bei der Verhandlung anwesend. Wie der „Stern“ berichtet, wurde sie gebeten, den Saal zu verlassen, während der Zeuge weiter aussagte. „Ein Affentheater“, habe einer der Kommentare in den Zuschauerreigen gelautet.

  • Paukenschlag im Prozess: Als Fabian gefunden wurde, hatte der Vater einen Verdacht
  • Achtjähriger Junge getötet: Vater von Fabian verteidigt mutmaßliche Mörderin

„Ich sollte bezeugen, dass Gina psychisch nicht normal ist, dass sie ihre Tiere misshandelt, dass sie Kinder nicht mag und so etwas“, behauptete der Zeuge dann. Dies habe aber nicht gestimmt. Er habe die Frau mit den Rastazöpfen und ihren Begleiter daher abgewimmelt.

Fabian aus Güstrow: Er wurde mit mindestens sechs Messerstichen getötet.

Der Richter ließ Zweifel an dieser und weiteren Schilderungen des Zeugen durchblicken. Es gebe Widersprüche zu bei der Polizei getroffenen Aussagen. Der Richter erinnerte den 24-Jährigen deutlich und „ganz, ganz dringend“ daran, dass er vor Gericht die Wahrheit sagen müsse.

Gina H. soll Mann mit Nacktbildern zum Knecht gemacht haben

Eine andere Zeugin, die am Donnerstag vor Gericht gehört wurde, war eine ehemalige Nachbarin der Angeklagten. Schon als Kind habe Gina H. immer ihren Willen durchsetzen wollen, sagte sie. Die Beziehung zu Matthias R., dem Vater von Fabian, sei schwierig gewesen. Gina H. habe Matthias R. ständig angeschrien. „Er sollte aufhören zu arbeiten, und im nächsten Moment hat sie gefragt, wer das alles bezahlen soll“, zitierte die „Bild“-Zeitung die Zeugin.

Share.
Die mobile Version verlassen