Das soll sie kosten

DDR-Geisterinsel vor Rügen wird versteigert


03.05.2026 – 13:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Die „Entmagnetisierungsstation Ostervilm“ im Rügener Bodden (mit Keramikglocke): Das Konstrukt steht auf 600 Holzpfählen. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Karl-Heinz Spremberg/imago)

Sie diente einst dazu, Marineschiffe vor Magnetminen zu schützen. Nun ist die Plattform „Ostervilm“ verlassen und steht zum Verkauf.

In wenigen Wochen kommt ein ungewöhnliches Relikt aus DDR-Zeiten unter den Hammer. Die frühere Entmagnetisierungsstation „Insel Ostervilm“ im Greifswalder Bodden kommt bei der Sommerauktion der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG (NDGA) am 4. Juni 2026 in Hamburg unter den Hammer. Das Mindestgebot liegt bei 39.000 Euro.

Bei dem Objekt handelt es sich um einen der außergewöhnlichsten, sogenannten Lost Places in Vorpommern. Laut Auktionskatalog liegt die künstlich angelegte Insel zwischen der Halbinsel Reddevitz und rund drei Kilometer östlich der Insel Vilm, mitten im Greifswalder Bodden im Biosphärenreservat. Die Anlage ist ausschließlich per Boot erreichbar.

Der Zustand der Anlage gilt inzwischen als stark sanierungsbedürftig. Im Katalog ist von Setzungsrissen, verrosteten Stahlteilen, zerstörten Fenstern sowie Schäden durch Witterung, Vogelkot und Vandalismus die Rede. Auch Algenbewuchs wird erwähnt. Eine Besichtigung ist aufgrund des Zustands nicht möglich.

Die Gesamtfläche von Land- und Wasserbereich beträgt rund 710 Quadratmeter. Dafür besteht ein Nutzungsvertrag mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund, das jährliche Entgelt liegt bei etwa 75 Euro. Die nutzbare Fläche wird mit rund 250 Quadratmetern angegeben. Zudem befindet sich auf der Insel eine frei stehende Keramikglocke des Architekten Gerhard Benz, die separat erworben werden kann.

Zuletzt gehörte die Anlage Benz und dem Maschinenbauingenieur Peer Wenmakers. Sie verfolgten Pläne für einen Kunst- und Kulturort, scheiterten jedoch an rechtlichen Vorgaben, hohen Kosten und logistischen Herausforderungen. Eine öffentliche oder gewerbliche Nutzung sei nicht umsetzbar gewesen, heißt es in der „Ostsee Zeitung“.

Interessenten können am 4. Juni laut NDGA im Auktionssaal, schriftlich oder telefonisch bieten. Voraussetzung sind eine vorherige Legitimation und ein Bonitätsnachweis. Das Auktionshaus empfiehlt, sich spätestens zwei Tage vor dem Termin anzumelden, damit die Unterlagen geprüft und eine Bieterkarte ausgestellt werden können. Die Auktion ist öffentlich zugänglich.

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