Haben Freiburgs Helden ihre Krönung verpasst?

„Die Zeit wird geringer, diese Momente zu wiederholen“


21.05.2026 – 09:07 UhrLesedauer: 3 Min.

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Lucas Höler (l.) und Christian Günter: Die beiden zählen seit Jahren als Freiburger Identifikationsfiguren. (Quelle: IMAGO/Ralf Brueck/imago)

Freiburg verliert bitter gegen Aston Villa 0:3. Danach heißt es beim Sport-Club: Wunden lecken. Trainer Julian Schuster richtet den Blick aber bereits in die Zukunft, denn da kommt es zu einer kuriosen Konstellation.

Aus Istanbul berichtet Nikolai Stübner

Als die Pressekonferenz von Freiburg-Trainer Julian Schuster endete, geschah etwas Ungewöhnliches. Im Presseraum kam Applaus auf. Es war eine Huldigung der Medienschaffenden an den Trainer und damit stellvertretend an den SC Freiburg für die Leistung, die Schuster mit dem Klub in diesem Jahr in der Europa League vollbracht hat.

Das änderte auch die 0:3-Finalpleite im Istanbuler Beşiktaş Park gegen Aston Villa nicht. Es war auffallend, wie viel Respekt Journalisten aus verschiedensten Ländern Schuster für das Erreichte entgegenbrachten.

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Vor dem Spiel hatte Kapitän und Identifikationsfigur Christian Günter vom „größten Spiel in der Karriere“ gesprochen. Von Beginn an war klar, dass die Breisgauer die Außenseiter waren. Zu stark ist der Kader von Aston Villa einzuschätzen, der fast dreimal so viel Wert ist wie der Freiburger.

Ohnehin glich schon der Finaleinzug des Sport-Clubs einem Wunder. Deshalb wäre der Titel zwar der krönende Abschluss einer starken Europa-Saison gewesen, aber er war keineswegs eingepreist.

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Dennoch ist die Enttäuschung groß. Es hätte ein besonderer Erfolg gerade für langjährige Freiburg-Profis sein können. Und davon gibt es viele. Allen voran Nicolas „Chicco“ Höfler, der seit 2005 bei den Freiburgern in der Jugend spielte und die letzten 13 Jahre im Profi-Kader stand. Für ihn war das verlorene Finale das letzte Spiel seiner Karriere.

Aber auch Christian Günter, Lucas Höler, Vincenzo Grifo oder Matthias Ginter gehören zu den Spielern, die das vergangene Jahrzehnt des SC geprägt haben. Mit einem Sieg im Finale hätten sie sich unsterblich machen können.

Was all die genannten Spieler vereint: Sie sind über 30 Jahre alt und haben noch mit Trainer Julian Schuster zusammengespielt. Als der Trainer zum Ende der Pressekonferenz nach dem verlorenen Finale auf die Gemütslage dieser verdienten Spieler angesprochen wurde, stockte er und wurde nachdenklich. Deutlich sichtbar rang er mit den Tränen und erklärte dann: „Natürlich ist für die Jungs, die auch schon älter sind, die Zeit geringer, diese Momente zu wiederholen.“

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