„Es ist relaxter“

In diesem Freibad hat ein Geschlecht keinen Zutritt


Aktualisiert am 13.07.2026 – 10:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Jugendlicher in einem Freibad (Symbolbild): Im Zürcher „Männerbad Schanzengraben“ haben Frauen keinen Zutritt. (Quelle: IMAGO/Eibner-Pressefoto/imago)

In einem Schweizer Freibad haben nur Männer Zutritt – und alles läuft harmonisch ab. Badegäste erklären aus ihrer Sicht die Gründe dafür.

Negative Schlagzeilen über deutsche Freibäder gab es in den vergangenen Wochen der Hitzewelle zuhauf: Zuletzt hatte etwa Ende Juni eine Männergruppe ein Freibad in Kehl nahe der Grenze zu Frankreich gestürmt. Die Sicherheitsvorkehrungen wurden daraufhin erhöht.

Die Tatverdächtigen in Fällen von Gewalt oder sexueller Belästigung sind meist Männer. Doch ausgerechnet in einem Schweizer Freibad, das ausschließlich Männern Zutritt gewährt, ist die Sicherheitslage auffallend entspannt, wie die „Zeit“ berichtet. Das „Männerbad Schanzengraben“ liegt mitten in Zürich, unweit des Alten Botanischen Gartens, rund zehn Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Trotz der zentralen Lage wird das Bad auf der städtischen Webseite als „Oase der Ruhe“ bezeichnet.

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Freibad in der Schweiz: Frauen müssen draußen bleiben

Das Männerbad wurde 1864 erbaut, die Badeanlage liegt in einem Wehrgraben aus dem 17. Jahrhundert und ist umgeben von der alten Stadtmauer. Seit Anbeginn war das Bad ausschließlich Männern vorbehalten. Der Eintritt ist frei, das Bad hat täglich ab 11 Uhr geöffnet.

Ein Anwalt, der das Bad regelmäßig besucht, sagte der „Zeit“: „Hier muss man sich nicht so aufspielen, es ist relaxter, als wenn auch Frauen hier wären.“ Und sein Kollege stimmte zu: „Hier wird man von den Frauen für einmal nicht mit den Augen ausgezogen!“ Ein weiterer Besucher ergänzte: „Hier muss niemand ein Sixpack haben, die ganzen aufgeblasenen Typen kommen hier sowieso nicht hin, weil es keine Frauen gibt, für die man posen kann.“

Besucher: „Proleten“ kommen nicht in das Freibad

Der Umgang untereinander sei im Männerbad angenehm und diskret, sagte ein Student der „Zeit“, der das Zürcher Freibad regelmäßig besucht. Das liege auch daran, dass „Proleten“ nicht in das Bad kommen würden. In Zürich gibt es neben dem Männerbad auch ein Freibad für Frauen. Nur an drei Abenden pro Woche verwandelt sich das Frauenbad am Stadthausquai in eine Bar, die dann auch für Männer geöffnet ist.

Das Männerbad Schanzengraben in Zürich wird seit knapp 30 Jahren von einem jüdisch-orthodoxen Verein betrieben. In Zürich lebt die größte jüdische Gemeinde der Schweiz, knapp 10.000 Juden leben in der 450.000-Einwohner-Stadt. Im streng orthodoxen Judentum gilt beim Baden eine Geschlechtertrennung zwischen Männern und Frauen, die nicht miteinander verheiratet oder verwandt sind.

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