Röttgen sagte während seiner Kandidatur über sie: „Sie ist eine Persönlichkeit, die intellektuell, organisatorisch und kommunikativ in der Lage ist, dieses herausragende Amt wahrzunehmen.“ Organisation scheint sie zu können. So leitete Hoppermann drei Jahre lang die Abteilung Verwaltung im Hamburger Zentralamt, bevor sie Amtsleiterin in der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz wurde. Die Hamburger Justizsenatorin Anna Gallina betonte damals: „Sie ist auf allen Ebenen mit den wichtigsten Akteuren auch in der Justiz vernetzt.“

Hoppermann gilt als Parteilinke

In der Partei heißt es zudem, Hoppermann gelte als Brückenbauerin, die Menschen aus verschiedenen Parteilagern zusammenführe, eine Eigenschaft, mit der Merz bisher nicht immer überzeugen konnte. Allerdings wird ihr offenbar zugetraut, einen neuen Ton einzuschlagen, um wieder ein breiteres Publikum anzusprechen.

Merz wollte die CDU eigentlich wieder konservativer machen. Hoppermann hingegen gilt in der konservativ geprägten Hamburger CDU als Parteilinke, sie ist auch Mitglied in der im sozialpolitischen Flügel, der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA).

So fällt Hoppermann insbesondere auch durch ihr großes sozialpolitisches Engagement auf. Sie engagiert sich ehrenamtlich im Stiftungsrat der Alexander-Otto-Sportstiftung. Sie sitzt im Vorstand von cnetz, dem Verein für Netzpolitik, ist Mitglied beim Malteser Hilfsdienst und ist Teil der Jury des katholischen Preises gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Hoppermanns Glaube spielt eine große Rolle

Antrieb dafür ist offenbar ihr katholischer Glaube, der ihr durch ihr Elternhaus mitgegeben worden sei. Sie sei „im Prinzip in der Kirche aufgewachsen“, sagte sie dem „Abendblatt“. Sie selbst war Obermessdienerin, organisierte Gemeindefeste mit und war aktiv in verschiedenen kirchlichen Jugend- und Gemeinschaftsstrukturen tätig. Seit 2025 ist sie Mitglied beim Zentralkomitee der Katholiken.

Franziska Hoppermann (l.) neben Kanzler Friedrich Merz (Archivbild): Die Hamburgerin steht vor einem Aufstieg innerhalb der CDU. (Quelle: IMAGO / dts Nachrichtenagentur)

Auch in der Hamburger Heiligen St.-Ansgar-Kirche ist Hoppermann heute noch aktiv, ebenso wie ihr Sohn und ihr Mann, der bis 2024 Kirchenmusikleiter im Erzbistum Hamburg war und mittlerweile in Frankfurt am Main arbeitet. Sie schätze es, dass es in der heimatlichen Jesuitengemeinde viele Mitglieder aus Togo, Frankreich oder den Philippinen gebe. „Das ist eine tolle, durchmischte Gemeinde, es gibt gelebte Integration“, sagte sie dem „Abendblatt“. Die kirchliche Bindung prägt sie auch in der Politik: „Vertrauen, Solidarität, Verlässlichkeit und Nächstenliebe, das sind für mich zentrale Werte.“

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