Suche nahe Münchner Flughafen

Puma-Sichtung: Die Tiere können am Tag 20 Kilometer zurücklegen

10.10.2026 – 12:08 UhrLesedauer: 2 Min.

Pumas sind in Amerika heimisch – nicht in Bayern (Archiv). (Quelle: Ronald Wittek/dpa/dpa-bilder)

Die tagelange Suche nach einem möglichen Raubtier bleibtohne Fund. Das Tier könnte längst woanders sein.

Bei den Behörden hat sich bislang niemand gemeldet, dem ein Puma abhandengekommen ist. Seit Tagen wird vergeblich nach einem mutmaßlichen Puma in der Nähe des Münchner Flughafens gesucht. Wer ein solches Tier privat halten will, muss das offiziell anmelden.

Im Landkreis Erding, in dem sich der abgesuchte Bereich bei Obing befand, gab es nach Behördenangaben keine Hinweise auf einen Halter. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, dass auch in den angrenzenden Landkreisen offiziell keine Pumas gemeldet sind. „Keine Pumas im Landkreis – weder gemeldet noch abgängig“, heißt es aus Ebersberg. Dem Kreisverwaltungsreferat München ist nach Angaben einer Sprecherin „keine Pumahaltung im Stadtgebiet bekannt“. Der Landkreis München kann keine Angaben machen und verweist an die einzelnen Kommunen.

Forscher: Entkommener Puma muss Wildtiere jagen

Wie weit ein Tier gekommen sein könnte, ordnet der Diplom-Biologe Markus Unsöld von der Zoologischen Staatssammlung München ein, der auch zu Raubkatzen geforscht hat. Nach seinen Angaben können Pumas am Tag mehr als 20 Kilometer zurücklegen, in 100 Tagen bis zu 749 Kilometer. Das hätten Forscher anhand von Sendern an Wildtieren festgestellt. Unsöld betont allerdings: „Ein entkommener Puma kann sich völlig anders verhalten.“

Im Video | Video zeigt: Großkatze nahe München – Behörden reagieren

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Wie sich ein entkommenes Tier verhalte, sei schwer vorhersehbar, weil weder Vorgeschichte noch Persönlichkeit bekannt seien, sagt Unsöld. Zumindest in den ersten Stunden oder Tagen in der ungewohnten Wildnis dürfte ein Puma eher furchtsam sein.

Ein in Gefangenschaft gehaltener Puma habe kein Jagdverhalten gelernt, so Unsöld. Der Jagdinstinkt sei aber vorhanden, deshalb könne das Tier genug Nahrung finden. Im besten Fall erwische es ein Kaninchen, einen Feldhasen oder ein Reh, es könnte aber auch Nutztiere wie Schafe, Ziegen oder Kälber reißen. Die Überlebenschancen hingen davon ab, wie gut der Puma mit der Jagd zurechtkomme und Gefahren wie Straßen meide. Trotz ihrer Größe könnten Pumas laut Unsöld „sehr heimlich leben und lange unbemerkt bleiben“.

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