Kerosin weiter teuer

Flughäfen warnen vor Millionen gestrichener Flüge

09.05.2026 – 03:31 UhrLesedauer: 1 Min.

Ein Lufthansa-Jet startet in Warschau. Wegen der Auswirkungen des Iran-Kriegs befürchten Flughafenbetreiber massive Ausfälle. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Mateusz Wlodarczyk/imago)

Der anhaltend hohe Kerosinpreis könnte den Flugverkehr im Sommer massiv treffen. Nach Einschätzung der deutschen Flughäfen drohen weniger Verbindungen, höhere Ticketpreise und Millionen betroffene Reisende.

Die deutschen Flughäfen rechnen wegen der anhaltenden Kerosinkrise im Sommer mit erheblichen Flugstreichungen. An manchen Standorten drohe ein „Kapazitätseinbruch von zehn Prozent“, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel der „Welt am Sonntag“. Hochgerechnet könnten demnach bis zu 20 Millionen Passagiere betroffen sein.

Besonders gefährdet seien Verbindungen von Billigfluglinien und touristisch weniger wichtige Ziele. „Es ist zu befürchten, dass vor allem bei Low-Cost-Airlines und touristisch weniger bedeutsamen Destinationen weitere Flüge gestrichen werden“, sagte Beisel. Einige Ziele könnten zeitweise ganz aus den Flugplänen verschwinden, andere nur noch seltener angeflogen werden – bei gleichzeitig steigenden Preisen.

Nach Einschätzung des Flughafenverbands drohen die Ausfälle nicht erst durch einen tatsächlichen Treibstoffmangel. Bereits die massiv gestiegenen Preise könnten Airlines dazu zwingen, Verbindungen zu streichen.

„Die Kerosinpreise sind seit mehr als zwei Monaten doppelt so hoch wie vor dem Krieg. Wir rechnen auch in den kommenden Monaten nicht mit einer Normalisierung“, sagte Beisel. Viele Flüge ließen sich zu diesen Kosten wirtschaftlich nicht mehr betreiben.

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen fordert deshalb staatliche Unterstützung. Kurzfristig müsse die Luftverkehrssteuer ausgesetzt werden, mittelfristig zumindest halbiert werden, verlangte Beisel.

Nach Angaben des Verbands gehört die deutsche Luftverkehrssteuer zu den höchsten in Europa. Sie belaste den Luftfahrtstandort Deutschland erheblich und verschärfe die wirtschaftlichen Probleme der Branche zusätzlich.

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