„Eine Art Schockzustand“

Aiwangers Tod: Freie Wähler ziehen Konsequenz

Aktualisiert am 06.11.2026 – 12:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Florian Streibl und Hubert Aiwanger bei einer Pressekonferenz (Archivbild): Nach Aiwangers überraschendem Tod spricht Streibl von einem „Schockzustand“ in der Partei. (Quelle: IMAGO/imago)

„Surreal“ nennt Florian Streibl die Situation nach Hubert Aiwangers Tod. Wie geht es weiter für die Freien Wähler im Freistaat?

Die Freien Wähler in Bayern wollen sich zunächst der Trauer um ihren plötzlich gestorbenen Parteichef Hubert Aiwanger widmen – erst dann soll es darum gehen, wie man sich neu aufstellt. Momentan sei die Situation so, „dass wir in einer Art Schockzustand sind“, sagte Fraktionschef Florian Streibl dem BR. Die Gremien müssten nun erst Trauerarbeit leisten.

Man müsse sich erst bewusst werden, wie die Situation gerade sei. „Es ist bei vielen von uns noch nicht richtig angekommen.“ Auch er selbst könne den Tod Aiwangers bisher nicht fassen, es sei völlig „surreal“: „Ich meine immer noch, er ruft jeden Moment an.“

Erst in einem weiteren Schritt gehe es darum, zu überlegen, wie es weitergehe. Man werde Wege finden, um auch in Zukunft „sachorientierte Politik“ zu machen, sagte Streibl über die Partei, die mit der CSU die Regierungskoalition im Freistaat bildet. Aiwanger, stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister, war am Mittwoch überraschend in Berlin gestorben.

Nachfolge als Wirtschaftsminister vorerst geklärt

Der Staatssekretär im bayerischen Wirtschaftsministerium, Tobias Gotthardt (Freie Wähler), übernahm bis auf Weiteres die Amtsgeschäfte. Es gehe darum, Verantwortung zu übernehmen und der bayerischen Wirtschaft „Verlässlichkeit“ zu zeigen, sagte Gotthardt am Freitag in München. Das Vorschlagsrecht für die Nachfolge an der Ministeriumsspitze habe die Landtagsfraktion der Freien Wähler. Zunächst müsse aber der Trauer der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Raum gegeben werden.

Nach Angaben der Amtschefin im Wirtschaftsministerium, Sabine Jarothe, wird es voraussichtlich in der kommenden Woche einen offiziellen Trauerakt für Aiwanger mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) geben. Zu Beginn der Plenarsitzung des Landtags am Donnerstag ist ebenfalls ein Gedenken an Aiwanger geplant.

Am Freitag sollte im Prinz-Carl-Palais in München ein Kondolenzbuch ausgelegt werden, in das sich am Nachmittag auch Söder und Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) eintragen wollten. Noch bis einschließlich Montag können sich dort auch Bürgerinnen und Bürger eintragen.

Share.
Die mobile Version verlassen