Panzerfabrikant KNDS
Bund steigt offenbar bei „Leopard“-Schmiede ein
05.11.2026 – 12:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Deutschland will beim Hersteller von Leopard-2-Panzern einsteigen. Hinter dem Milliardengeschäft stecken handfeste Sicherheitsinteressen.
Die Bundesregierung hat sich offenbar mit der Wegmann-Holding auf den Kauf ihrer 50-Prozent-Anteile an der Panzerschmiede KNDS geeinigt. Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf ein vertrauliches Regierungsdokument über die Pläne. Der Vertrag soll demnach noch im November unterschrieben, die Übernahme im Dezember vollzogen werden.
KNDS stellt unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2 und den Schützenpanzer Puma her. Bislang gehört das deutsch-französische Unternehmen zur Hälfte der französischen Regierung und zur Hälfte den deutschen Eigentümerfamilien Braunbehrens und Bode über die Wegmann-Holding. Die Familien wollen ihre Anteile verkaufen.
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Ein Börsengang, bei dem die Familien und Frankreich jeweils zehn Prozent abgeben sollten, war wegen des schwierigen Marktumfelds gescheitert. Im Juni hatte der Bund zunächst 7,2 Milliarden Euro für den Erwerb von 40 Prozent der Anteile vorgesehen. Der nun verhandelte Kaufpreis für die gesamten 50 Prozent liege deutlich darunter, zitiert das „Handelsblatt“ aus dem Dokument. Eine genaue Summe werde darin nicht genannt.
Bund fürchtete ausländische Investoren
Der Kaufpreis richte sich nach dem aktuellen Eigenkapitalwert von KNDS. Hinzu kämen ein Aufschlag für umfassende Kontrollrechte und ein Anteil am Jahresüberschuss 2026. Der Bund erhalte die Dividende für das gesamte Jahr, obwohl KNDS bis zum Abschluss der Transaktion noch der Wegmann-Holding gehöre.
Die Bundesregierung begründet den Einstieg offenbar mit Sicherheitsinteressen. KNDS sei ein wichtiger Hersteller geschützter und gepanzerter Fahrzeuge; die Bundeswehr ist laut Bericht der größte Kunde. Das Dokument nenne zudem die Sorge, Wegmann könne die Anteile an ausländische Investoren verkaufen. Als mögliche Interessenten seien die tschechische Czechoslovak Group und der US-Investor Warburg Pincus aufgeführt worden.
Nach der Übernahme wollen Deutschland und Frankreich laut Dokument zeitnah jeweils zehn Prozent ihrer Anteile abgeben. Zudem sollen Bedingungen für einen späteren gemeinsamen Börsengang festgelegt werden. Damit könnten die Staatsbeteiligungen bei günstiger Marktlage wieder sinken.
