Nach großer Krisensitzung
Fifa räumt Fehler ein – und droht mit Gegenwehr
06.08.2026 – 07:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach einer Notfallsitzung in Rabat demonstriert die Fifa-Führung Geschlossenheit hinter Infantino und gibt Fehler beim gescheiterten Investorendeal zu. Gleichzeitig erregt ein Medienbericht über ein angebliches WM-Finale-Versprechen die Gemüter.
Die Fifa-Führung hat sich nach einer Krisensitzung in Rabat hinter Präsident Gianni Infantino gestellt. Generalsekretär Mattias Grafström und das Management-Board bekräftigten ihre Unterstützung für den unter Druck stehenden Fifa-Chef – und der Weltverband räumte gleichzeitig Fehler beim gescheiterten Plan zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren ein.
In einer Mitteilung in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hieß es, es herrsche Einigkeit darüber, dass es nicht beabsichtigt gewesen sei, dem Fifa-Rat und den Fifa-Mitgliedsverbänden „das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass der Prozess anders hätte gehandhabt werden sollen“. Umgekehrt habe Infantino seine volle Unterstützung für Grafström bekräftigt. Beide saßen am Abend nebeneinander auf der Tribüne beim Spiel des Africa Cup of Nations der Frauen zwischen Malawi und Sambia.
- Geheime Fifa-Pläne: Infantino wollte wohl Ligaprojekt kapern
Grafström hatte zuvor in einer internen Mail an Fifa-Mitarbeiter eine „traurige und tadelnswerte Reihe von Ereignissen“ sowie einen „Aufruhr“ beklagt. Die Investorenpläne hatten eine Welle der Empörung ausgelöst – vor allem in Europa formiert sich Widerstand gegen Infantino. Der Fifa-Chef hat die Idee inzwischen verworfen. Die Krise könnte dennoch das Ende seiner zehnjährigen Amtszeit bedeuten.
Fifa dementiert Bericht zum WM-Finale
Gegenüber der Kritik zeigte sich der Weltverband kämpferisch. In der Mitteilung hieß es: „Die Fifa wird keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen.“
Zusätzlichen Wirbel hatte ein Bericht der „Times“ verursacht. Die Zeitung schrieb, Infantino habe Marokko das WM-Endspiel 2030 versprochen. Das Finale solle im neuen Hassan II Stadium mit 115.000 Plätzen in Casablanca stattfinden. Der Weltverband dementierte das auf dpa-Anfrage: „Es ist falsch und irreführend zu behaupten, der Fifa-Präsident habe irgendein Versprechen bezüglich der Austragung des Finales der Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft 2030 abgegeben. Eine Entscheidung wird von der Fifa zu gegebener Zeit getroffen.“
Die WM 2030 tragen Spanien, Portugal und Marokko gemeinsam aus. Drei weitere Spiele finden in Südamerika statt – in Uruguay, Argentinien und Paraguay.
