Wollte Fifa-Boss Uefa-Projekt kapern?

Geheimpapier bringt Infantino unter Druck


Aktualisiert am 06.08.2026 – 02:48 UhrLesedauer: 4 Min.

Gianni Infantino neben dem Emblem der Uefa (Illustration).

Gianni Infantino neben dem Emblem der Uefa (Illustration). (Quelle: Dado Ruvic)

Während Gianni Infantino sich in Marokko unbeeindruckt von der Kritik an ihm zeigt, wird ein neues Dokument publik. Es enthüllt Erstaunliches über die geheimen Pläne der Fifa.

Nach einer Krisensitzung in Marokko hat die Spitze des Fußball-Weltverbandes Fifa ihrem umstrittenen Präsidenten Gianni Infantino volle Rückendeckung gegeben. „Im Anschluss an ein Treffen in Rabat bekräftigten der Fifa-Generalsekretär und die anwesenden Mitglieder der Fifa-Geschäftsleitung ihre uneingeschränkte Unterstützung für Fifa-Präsident Gianni Infantino“, hieß es am späten Mittwochabend in einer Erklärung.

Zugleich schlug die Fifa gegen ihre Kritiker zurück: „Die FIFA wird keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen“, hielt der Weltverband fest.

Allerdings löst ein Zeitungsbericht neuen Wirbel um den Fifa-Präsidenten aus. Es geht um ein Projekt, das schon vor längerer Zeit beerdigt werden musste: die Super League. Das Projekt des Europäischen Fußballverbands Uefa hatte 2021 eine Welle der Empörung ausgelöst. Es war die Zeit der Corona-Lockdowns, Fußball wurde häufig nur vor leeren Rängen gespielt – und dennoch zog es manchen Fan im April 2021 auf die Straße, um zu demonstrieren. Vor allem in England liefen die Anhänger Sturm. Der Protest richtete sich gegen den irrwitzigen Plan einer europäischen Eliteliga, in der nur die besten (und reichsten) Teams um die Meisterschaft spielen. Die Uefa musste dem Druck der Basis schließlich nachgeben und ließ den Plan fallen.

So sieht sich Fifa-Präsident Infantino (l.) am liebsten: im Kreise der Mächtigen. Hier mit Donald Trump beim WM-Finale 2026. (Quelle: Dylan Martinez/Reuters)

Doch nun wird bekannt, dass offenbar auch die Fifa unter ihrem allmächtigen Boss Infantino von Anfang an bei dem Unterfangen mitmischen wollte. Wie der britische „Guardian“ berichtet, gab es bereits einen Vertragsentwurf, demgemäß die gesamte Eliteliga das Fifa-Label aufgedrückt bekommen sollte. Infantino hatte offenbar für die Super League ein sogenanntes Branding, die Übernahme der Markenrechte an dem Projekt, angestrebt. Dafür wäre er laut der Zeitung auch bereit gewesen, die nationalen Mitgliedsverbände vor den Kopf zu stoßen und der Fifa exklusive Rechte an der neuen Liga sowie einen Teil der Einnahmen zu sichern.

Mitgliedsverbände hätten außen vor bleiben sollen

Von einer „mindestens zwölfjährigen Partnerschaft zwischen der Fifa und der Super League“ ist in dem Dokument die Rede. Vorgeschlagen wurde offenbar ein Joint Venture zwischen Weltverband und neuer Eliteliga, allerdings sollte die Fifa deren kommerzielle Aktivitäten leiten, wie es in dem Entwurf hieß. Mit anderen Worten: Infantino hätte wohl am liebsten die Kontrolle bei der Super League übernommen.

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