Debatte im deutschen Fußball

Bundesligist für Abschaffung des Videobeweises

21.08.2026 – 08:18 UhrLesedauer: 2 Min.

Spruchbänder der Augsburg Fans, die gegen den VAR wettern. (Archivbild) (Quelle: Harry Langer/dpa/dpa-bilder)

Die Fans würden den Videobeweis am liebsten abschaffen. Nun bekommen sie Unterstützung aus der Bundesliga.

Der FC Augsburg unterstützt die geplanten Fan-Proteste gegen den Videobeweis (VAR) und spricht sich für dessen Abschaffung aus. „Wir können die Sichtweise der Fans nachvollziehen, weil wir dies in vielen Punkten ähnlich empfinden“, wird Augsburgs Geschäftsführer Michael Ströll im „Kicker“ zitiert. Fanszenen verschiedener Vereine wollen bei den DFB-Pokalspielen der ersten Runde an diesem Wochenende mit größeren Aktionen auf sich aufmerksam machen.

Der VAR sei eingeführt worden, um den Fußball gerechter zu machen. „In der Praxis verlagern wir das Problem jedoch oftmals von der Diskussion über die Schiedsrichterentscheidung zur Diskussion über den Videoschiedsrichter“, so Stroll. Und weiter: „Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass der VAR häufig neue Diskussionen schafft, anstatt alte zu lösen.“

„Zu viele Interpretationsspielräume“

In einem Aufruf, der unter Anhängern diverser Klubs kursiert, heißt es: „In der nun startenden ersten Pokalrunde sehen wir den Fußball, wie er sein sollte: ohne VAR und damit authentisch, unmittelbar und voller Emotionen. Zu diesem Zustand möchten wir dauerhaft zurückkehren und fordern deshalb die Abschaffung des Video Assistant Referee im deutschen Fußball.“

Ströll teilte diese Einschätzung. „Die Emotionen bleiben auf der Strecke, wodurch der Grundgedanke dieses wunderbaren Spiels einen erheblichen Schaden nimmt. Das steht für uns nicht in Relation zum diskutablen Mehrwert.“ Die Idee des VAR sei gut gewesen, das Modell aber an der Praxis gescheitert. „Es bleiben schlichtweg zu viele Interpretationsspielräume bestehen“, betonte Stroll.

In der ersten Pokalrunde kommt der Videobeweis wegen des hohen technischen und finanziellen Aufwands nicht zum Einsatz. Künftig soll die Technologie bereits ab der zweiten Runde eingesetzt werden – bislang war dies erst ab dem Achtelfinale der Fall.

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