Tödliche Gewalttat in Stade

Schwiegermutter von SPD-Politiker fuhr mutmaßlichen Fluchtwagen

Aktualisiert am 03.07.2026 – 02:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Einsatzkräfte der Polizei und der Spurensicherung in Stade: Bei der Tat sind sechs Menschen ums Leben gekommen. (Quelle: Jonas Walzberg/reuters)

Der Landesbeauftragte für Migration äußerte sich per Anwalt. Die SPD-Fraktion in Niedersachsen meldete sich ebenfalls.

Die 65 Jahre alte Fahrerin des Fluchtwagens nach der Gewalttat von Stade ist die Schwiegermutter des niedersächsischen SPD-Politikers Deniz Kurku. Er ist Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe. Kurku meldet sich über seinen Rechtsanwalt zu Wort.

„Unmittelbar nachdem ich aufgrund von Medienberichten von der Betroffenheit meiner Schwiegermutter Kenntnis erhalten hatte, habe ich dieses den Ermittlungsbehörden und weiteren Stellen in meinem beruflichen Umfeld mitgeteilt“, heißt es in der persönlichen Stellungnahme. Zunächst hatten mehrere Medien darüber berichtet, darunter der NDR und der „Spiegel“.

Kurku drückte in seiner Stellungnahme seine Anteilnahme aus. „Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen, den ihnen nahestehenden Personen und all jenen, die diese schreckliche Tat miterleben mussten.“

Deniz Kurku (SPD), Niedersächsischer Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe, spricht während einer offiziellen Feierstunde. (Archivbild) (Quelle: Michael Matthey)

Staatsanwaltschaft ermittelt zum Tathergang

Nach der Gewalttat in der Jugendeinrichtung in Stade, bei der sechs Menschen erschossen wurden, flüchtete der mutmaßliche Schütze nach Ermittlerangaben in einem Auto, das die 65 Jahre alte Frau fuhr. Beamte schossen auf die Reifen des Wagens und nahmen die Insassen fest. Früheren Angaben der Ermittler zufolge soll die Frau eine enge Verbindung zur Familie des Tatverdächtigen haben.

Der genaue Tatablauf und welche Rolle dabei die Frau spielte, sind bislang unklar. Die Polizei befragte sie nach der Tat. Die Tatbeteiligung sei weiter Gegenstand der Ermittlungen, teilte die Staatsanwaltschaft Stade auf dpa-Anfrage mit.

Blumen für die Opfer von Stade: Sechs Menschen kamen ums Leben. (Archivbild) (Quelle: Jörn Hüneke/dpa-bilder)

Wie die SPD-Fraktion reagiert

Die SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag stellte sich hinter ihren Abgeordneten. Deniz Kurku stehe in keinem Zusammenhang mit der Tat, sagte Fraktionsvorsitzender Stefan Politze in einer Mitteilung. „Er hat deutlich gemacht, dass er keinerlei Kenntnis davon hatte.“ Die familiäre Verbindung habe er offengelegt. „Daraus erwächst weder eine politische noch eine persönliche Verantwortung für Handlungen anderer“, sagte Politze. Kurku sei ein „höchst angesehener“ und „außerordentlich engagierter“ Abgeordneter.

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