Festnahme in Italien

Fahrer von Krankentransporten soll fünf Menschen ermordet haben


Aktualisiert am 05.03.2026 – 08:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Ambulanz in Italien: Ein Fahrer soll mehrere ältere Menschen während Transporten giftige Substanzen verabreicht haben. (Symbolbild) (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)

In Italien wird gegen einen Fahrer von Krankentransporten für das Rote Kreuz ermittelt. Hintergrund sind fünf Todesfälle von Patienten.

Ein Krankentransportfahrer in Italien soll insgesamt fünf ältere Menschen umgebracht haben. Die Todesfälle sollen sich kurz nachdem er die Personen transportiert hat, ereignet haben. Wie der britische „The Guardian“ und der US-Sender CNN berichten, habe der Mann für das italienische Rote Kreuz gearbeitet. Er sei suspendiert worden.

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, wird vermutet, dass der 27-Jährige den Patienten auf der Fahrt zwischen Krankenhäusern und ihren Wohnheimen in der Region Emilia-Romagna tödliche Substanzen verabreichte. Die Behörden untersuchen demnach auch weitere Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Fahrer von Krankentransporten stehen.

Die Ermittler untersuchten den Tod einer 85-jährigen Frau untersucht, die im November 2025 nach einem Herzstillstand starb. Sie ist der bislang jüngste Fall in einer Reihe ähnlicher Todesfälle. Die Frau erlitt den Herzstillstand während eines Transports im Krankenwagen.

Auch andere Patienten sollen während Fahrten mit einem Rettungswagen aus der Stadt Forlimpopoli bei Forlì nördlich von San Marino einen Herzstillstand erlitten haben. Ein Patient starb noch während der Fahrt. Die anderen starben kurz danach oder in den darauffolgenden Tagen.

Die Angehörigen hatten zunächst keine Bedenken wegen der Todesfälle. Viele Familien gingen laut „The Guardian“ davon aus, dass ihre Angehörigen schwer krank gewesen waren. Daher stellten sie die Umstände der Todesfälle zunächst nicht infrage.

Erst die Familie eines der Opfer ließ nach den Berichten eine Autopsie durchführen. Danach seien erstmals Zweifel an den Umständen der Todesfälle aufgekommen. Die Ermittlungen dauern an.

„Es ist wichtig zu betonen, dass es sich hierbei nicht um gewöhnliche Krankenwagen mit Sirenen handelt, die Patienten ins Krankenhaus bringen“, sagten Max Starni und Massimo Mambelli, die Anwälte der Familie des Patienten, der im November verstorben ist, der britischen Zeitung.

Sie fügten hinzu: „Diese Krankenwagen werden in der Regel für Routinetransporte eingesetzt, beispielsweise um Patienten von einem Pflegeheim zu einem Termin ins Krankenhaus zu bringen. Deshalb sind nur zwei Fahrer an Bord und keine Sanitäter.“ Laut CNN soll nach ersten Hinweisen eine versteckte Kamera im Fahrzeug angebracht worden sein.

Der Verdächtige soll sich weiterhin auf freiem Fuß befinden, es werde aber gegen ihn wegen schweren Mordes und Verwendung giftiger Substanzen ermittelt. Eine Anwältin des Fahrers sagte der Zeitung „La Repubblica“, ihr Mandant weise die Vorwürfe zurück und sei „zutiefst schockiert“. In einem Fall sei eine Patientin erst nach 13 Tagen verstorben. Es habe nur einen Todesfall an Bord des Transporters gegeben, sagte sie. In allen Fällen sei der Notarzt gerufen worden.

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