Reaktion auf Iran-Krieg

EZB erhöht Leitzins erstmals seit knapp drei Jahren


Aktualisiert am 11.06.2026 – 14:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Eilmeldung

Hohe Energiekosten treiben die Teuerung im Euroraum deutlich über das Zielniveau. Die Zentralbank verschärft nun ihren geldpolitischen Kurs spürbar.

Die Europäische Zentralbank hat wegen der durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Inflation erstmals seit fast drei Jahren wieder die Zinsen erhöht. Der EZB-Rat hob am Donnerstag den auch für Sparer wichtigen Einlagensatz von 2,0 auf 2,25 Prozent
an. Über ihn steuert die Notenbank maßgeblich ihre Geldpolitik.

Zuletzt hatten die Währungshüter im September 2023 die Zinsen heraufgesetzt. Angetrieben von hohen Energiekosten war die Teuerungsrate im Euroraum zuletzt mit 3,2 Prozent deutlich über das EZB-Ziel von 2,0 Prozent hinausgeschossen.

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Höhere Zinsen verteuern Kredite für Verbraucher und Firmen, was die Nachfrage bremsen und so die Inflation dämpfen kann. Sparer profitieren, wenn Banken steigende Leitzinsen weiterreichen. Zugleich sind Zinserhöhungen eine Bürde für die ohnehin schwache Konjunktur. Die EZB steckt in einem Dilemma: Hebt sie die Zinsen zu stark an, läuft sie Gefahr, die Wirtschaft abzuwürgen.

Bringt der Iran-Krieg den nächsten Preisschub?

Wichtigstes Ziel der EZB ist es, die Inflation im Zaum zu halten. Der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs hat die Teuerung kräftig nach oben getrieben. Im Mai lagen die Verbraucherpreise im Euroraum ersten amtlichen Zahlen zufolge um 3,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Zielmarke der EZB, mittelfristig Preisstabilität bei zwei Prozent Inflation im Euroraum anzustreben, ist damit deutlich überschritten. Auch in Deutschland heizten gestiegene Spritpreise die Teuerung an, der Tankrabatt sorgte hierzulande im Mai für etwas Abschwächung auf 2,6 Prozent Inflation.

Ökonomen fürchten, dass sich mit dem Krieg im Nahen Osten nicht nur Tanken und Heizen verteuern, sondern die Preise insgesamt anziehen, da Firmen gestiegene Energie- und Transportkosten an Kunden weitergeben. Noch im Januar – vor Kriegsbeginn – lag die Teuerung im Euroraum bei 1,7 Prozent.

Sparer profitieren von Zinserhöhung

Die Sparzinsen sind zuletzt bereits geklettert, weil die EZB-Zinserhöhung erwartet wurde. Laut Vergleichsportal Verivox bringt bundesweit verfügbares Festgeld mit zwei Jahren Laufzeit derzeit im Schnitt gut 2,3 Prozent, für Tagesgeld gibt es 1,3 Prozent. Neukunden locken einige Banken zeitweise mit bis zu 4 Prozent aufs Tagesgeld.

Verivox erwartet, dass sich die Konditionen für Sparer mit steigenden Leitzinsen weiter verbessern werden. „In dem Fall dürfte sich der Zinsanstieg beim Festgeld in ähnlichem Tempo wie zuletzt fortsetzen“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.

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