Anschlag in Berlin

Wegner: „Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden“


26.07.2026 – 07:52 UhrLesedauer: 2 Min.

Kai Wegner: Berlins Regierender Bürgermeister ist am Abend vor Ort. (Quelle: Fabian Sommer/dpa/dpa-bilder)

Bei einem Anschlag im Umfeld des CSD stirbt eine Frau, viele weitere werden teils schwer verletzt. Das Entsetzen ist groß.

Es sollte das größte Wochenende in der Geschichte des Berliner Christopher Street Days werden, ein Zeichen für eine offene Gesellschaft in schwierigen Zeiten. Hunderttausende feiern in der Hauptstadt. Doch in die Bilder von Regenbogenflaggen und Glitzer reihen sich plötzlich Fotos von Notarztwagen und Rettungsdecken.

In der Nähe des Potsdamer Platzes fährt ein Fahrzeug gegen 22 Uhr in eine Menschenmenge. Mindestens eine Person kommt ums Leben, etliche weitere Menschen werden teils schwer verletzt. Die Polizei spricht am Morgen von einem Anschlag.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) äußerte sich noch am Abend vor Ort: „Es ist ein Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft – nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert.“ Berlin sei eine Stadt der Freiheit – „und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden.“

CSD-Teilnehmer neben einem Polizeiauto. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa-bilder)

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bot noch am Abend den Landesbehörden die Unterstützung des Bundes an. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wurde laut einem Sprecher der Bundesregierung unmittelbar nach der Tat informiert. Merz und Dobrindt seien in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien und „werden sich mit besonderem Nachdruck für Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen“, sagte der Sprecher.

Merz postet kurz nach der Tat Beitrag zu Frankreichs Waldbränden

Kurz nach der Tat um 22.27 Uhr wurde auf dem X-Account von Merz noch ein Beitrag zu den Waldbränden in Frankreich veröffentlicht, in dem Merz betont, in engem Kontakt mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu stehen. In den Kommentaren bezeichnen einige Nutzerinnen und Nutzer diesen Beitrag als „taktlos“ und weisen den Bundeskanzler auf die Todesfahrt in Berlin hin.

Der CDU-Spitzenkandidat für die bevorstehende Abgeordnetenhauswahl in Berlin, Stefan Evers, drückte auf der Plattform X sein Entsetzen aus und schrieb: „Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz.“ Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano sagte vor Ort sichtlich betroffen: „Alle versuchen gerade ihre Netzwerke zu kontaktieren, um zu erfahren, ob die Menschen safe nach Hause gekommen sind.“ Für die queere Community sei dies ein großer Trauertag.

Share.
Die mobile Version verlassen