Das sagen Knigge-Experten

So riskant ist der eigene Kaffee beim Besuch


Aktualisiert am 22.08.2026 – 08:38 UhrLesedauer: 2 Min.

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Frisch aufgebrühter Kaffee: Die Geschmäcker bei dem beliebten Getränk sind verschieden. (Quelle: GeorgHanf/getty-images-bilder)

Keine Lust auf Blümchenkaffee oder einen starken Wachmacher? Dann bringen Sie zum Kaffeekränzchen doch Ihren eigenen Kaffee mit. Oder lieber doch nicht?

Ob Geburtstag, Ostern oder einfach nur der Sonntagnachmittag: Viele laden an diesen Tagen ihre Freunde und Verwandten zu Kaffee und Kuchen ein. Schließlich ist es eine schöne Art, Zeit mit liebgewonnenen Menschen zu verbringen, ohne vorher aufwendig kochen zu müssen.

Ein oder zwei Kuchen, ein paar Kekse und Kaffee reichen meist aus, um die Gäste zu verköstigen. Die Stimmung könnte sich jedoch schnell eintrüben, wenn der Gast seinen eigenen Kaffee im Gepäck hat – sei es als gemahlene Bohne oder in der Thermoskanne, sorgsam zu Hause zubereitet.

Eine harmlose Eigenart? Oder ein Bruch mit den ungeschriebenen Regeln der Höflichkeit?

Gastgeber sorgt für Verpflegung

Für die Deutsche-Knigge-Gesellschaft ist die Antwort eindeutig: „Wer eingeladen ist, darf davon ausgehen, dass für das leibliche Wohl seitens des Gastgebers gesorgt ist“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Linda Kaiser. Das betrifft vor allem Speisen und Getränke. Kaffee, Tee, Saft oder Wasser gehören zur grundsätzlichen Getränkeauswahl jeder Einladung. Selbst, wenn es sich nur um einen kleinen Nachmittagsplausch handelt.

Wer dennoch gemahlenen Kaffee oder eine Thermoskanne mitbringt, signalisiere dem Gastgeber: „Du hast keinen guten Geschmack.“ Das kommt selten gut an. Schließlich ist die Einladung nicht nur das bloße Servieren von Kaffee und Kuchen, sondern soll Gastfreundschaft ausdrücken und zeigen: „Ich mag dich und möchte für dein leibliches Wohl sorgen.“

Wann Gäste Ihre Getränke mitbringen dürfen

Anders sei es bei „außergewöhnlichen Unverträglichkeiten seitens des Gastes, die das Mitbringen eigener Produkte erfordern“, ergänzt Kaiser. Beispielsweise bei einer Koffein-Unverträglichkeit. Dann kann der Gast durchaus seinen eigenen Kaffee mitbringen, damit der Gastgeber diesen nicht eigens kaufen muss.

Wichtig ist jedoch die Absprache. Der Gast sollte vorher rechtzeitig ankündigen, dass er für seine eigenen Getränke sorgt und das nur macht, um den Gastgeber zu entlasten, etwa so: „Ich vertrage leider nur meinen eigenen Kaffee, ist es in Ordnung, wenn ich etwas mitbringe?“ Der Gastgeber dürfte einem solchen Wunsch in der Regel zustimmen.

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Als Gast sollten Sie wiederum akzeptieren, dass der Gastgeber einen anderen Geschmack hat. Ist der Kaffee wirklich ungenießbar, könnten Sie auf andere Getränke ausweichen.

Fazit: Wer eingeladen ist, sollte seinen eigenen Kaffee zu Hause lassen. Denn bei Kaffee und Kuchen steht nicht der kulinarischen Genuss im Vordergrund. Vielmehr ist es eine Geste, mit der der Gastgeber seine Fürsorge ausdrückt.

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