Betrieb in Schleswig-Holstein
Aufnahmen zeigen erschütternde Bilder aus Schlachterei
20.10.2026 – 00:58 UhrLesedauer: 3 Min.
Zappelnde und japsende Tiere: Videoaufnahmen aus einer Schlachterei zeigen Aufnahmen aus einer Schlachterei, die jetzt auch die Staatsanwaltschaft beschäftigen.
Aus einer Schlachterei in Kellinghusen in Schleswig-Holstein sind erschütternde Videoaufnahmen von Schweinen aufgetaucht, die offensichtlich schwer misshandelt wurden. In den Videos ist zu sehen, wie die Tiere nach Luft japsen, ihnen ein Fuß abgeschnitten wird und sie schreien und in die Käfiggitter beißen.
Die Aufnahmen hat die Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch gemacht. Der NDR hat sie auf Echtheit überprüft. Sie stammen aus der Großschlachterei R. Thomsen, die zum Schlachtriesen Tönnies gehört.
In den Aufnahmen ist auch zu sehen, wie die Tiere geschlagen werden und wie noch lebende Schweine von Haken fallen und am Boden liegend zappeln. Der NDR warnt Zuschauer vor den verstörenden Aufnahmen, die Video der Tierschützer sind bei YouTube und Instagram ebenfalls mit einem Hinweis versehen.
Käfig fährt in Gasschacht ein
Wie in vielen Betrieben in Deutschland werden die Schweine vor der Schlachtung mit CO₂ betäubt. Im Video wird gezeigt, wie sechs Tiere in einen Metallkäfig getrieben werden, der sich dann in einen mit Gas gefüllten Schacht senkt.
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Anna Schubert von Animal Rights Watch prangert diese Methode an: „Das ist für die Tiere sehr grausam“, sagt Schubert. „Das ist ein Erstickungskampf mit Atemnot, Todesangst und stechenden, brennenden Schmerzen.“ Die Aufnahmen zeigen, dass der Kampf gegen das Gas bis zu 20 Sekunden dauert. Kai Braunmiller, Amtstierarzt und Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Fleischhygiene, Tierschutz und Verbraucherschutz (BAG), sieht die CO2-Betäubung ebenfalls kritisch. Die Bilder zeigten, dass die Praxis nicht dem Tierschutzgesetz entspricht, das Schmerzen, Leiden und Schäden untersagt, sagte er dem NDR.
Tönnies: Derzeit tierschutzgerechteste Methode
Das Unternehmen Tönnies verteidigte die Praxis gegenüber dem NDR. Es sei die „derzeit praktikabelste und tierschutzgerechteste Methode für die Betäubung größerer Tiergruppen“, hieß es in einer Stellungnahme. Gleichwohl räumte die Firma ein, dass das Verfahren verbessert werden könne und an Alternativen geforscht werde.
Während der Gaseinsatz nach deutschem Recht erlaubt ist, sah Amtstierarzt Braunmiller in den Videoaufnahmen aber einige deutliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Tieren die Füße abzuschneiden, gehe gar nicht, so der Experte. Offenbar hatte ein Mitarbeiter versucht, dadurch ein Schienensystem wieder in Gang zu bringen, in dem sich die an Ketten aufgehängten Schweine verheddert hatten. Tönnies will dem Fall auf den Grund gehen.
