Spuren im Eis entdeckt

Die Erde durchquert die Überreste einer Supernova


19.05.2026 – 12:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Künstlerische Darstellung einer Supernova mit Gammablitz: Bei diesem Ereignis wird Eisen-60 ins All geschleudert. (Quelle: Irina Dmitrienko)

Forscher haben im antarktischen Eis Spuren eines seltenen radioaktiven Elements entdeckt. Die Funde zeigen, dass sich das Sonnensystem und die Erde durch Überreste einer Supernova bewegen könnten.

Wissenschaftler haben in einem Eisbohrkern aus der Antarktis Eisen-60 gefunden – ein seltenes Isotop des Metalls. Dieses Element entsteht vor allem bei gewaltigen Explosionen massereicher Sterne (Supernovae) und gilt als Hinweis auf Materie aus dem interstellaren Raum.

Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachjournal „Physical Review Letters“. Beteiligt waren Forscher des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf, der Australian National University und des Alfred-Wegener-Instituts.

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Wenn ein massereicher Stern am Ende seines Lebens explodiert, schleudert er große Mengen Materie ins All. Gelangt Eisen-60 auf die Erde und lagert sich in Gestein, Sedimenten oder Eis ab, gilt das als möglicher Hinweis auf den Kontakt mit Überresten einer Supernova.

Schon früher Hinweise auf interstellare Wolke

Für die Studie untersuchten die Forscher rund 295 Kilogramm Eis aus dem Projekt Epica Dronning Maud Land in der Antarktis. Der Eisbohrkern umfasst Ablagerungen aus der Zeit vor etwa 40.000 bis 81.000 Jahren.

Eisen-60

Eisen-60 ist eine seltene, radioaktive Form von Eisen. Im Unterschied zum bekannten Eisen-56 auf der Erde enthält es mehr Neutronen im Atomkern und zerfällt mit der Zeit. Ein heutiger Nachweis gilt als Hinweis darauf, dass im Laufe der Zeit Material aus dem interstellaren Raum auf die Erde gelangt sein muss.

Bereits bei früheren Untersuchungen wurden Spuren von Eisen-60 in Proben gefunden, die auf eine interstellare Wolke mit Überresten einer Supernova hinwiesen. Die jetzt gemessenen Mengen fallen allerdings deutlich geringer aus als in jüngeren Ablagerungen.

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Nach Einschätzung der Forscher könnte das bedeuten, dass sich das Sonnensystem damals noch außerhalb der Wolke aus Supernova-Überresten befand. Möglich sei aber auch, dass die Dichte des interstellaren Staubs stark schwankt.

Weitere Messungen sollen nun klären, wann das Sonnensystem in diese interstellare Wolke eingetreten sein könnte und welche Spuren vergangene Sternenexplosionen dabei hinterlassen haben.

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