Umfrage zeigt
Wo Sie wohnen, bestimmt, was auf den Tisch kommt
23.06.2026 – 00:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Eier, Honig und Kartoffeln gibt es oft beim Bauern um die Ecke. Wer diese Einkaufsmöglichkeit nicht hat, greift häufig zu regionalen Produkten aus dem Supermarkt. Doch hier ist Vorsicht geboten.
Als regional gekennzeichnete Lebensmittel werden bei Konsumenten immer beliebter. Das ist das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage mit 2.009 Teilnehmern. Dort gaben 41 Prozent an, dass ihnen der Kauf regionaler Lebensmittel im Vergleich zu vor einem Jahr wichtig ist. Fünf Prozent stimmen der Aussage nicht zu. Der Rest war unentschlossen beziehungsweise konnte keine konkreten Angaben hierzu machen.
Was ist „regional“?
Doch was genau heißt „regional“? Für 20 Prozent der Befragten gilt ein Produkt als regional, wenn es innerhalb eines Radius von 30 Kilometern produziert wurde. Etwa jeder Dritte toleriert eine Entfernung von unter 50 Kilometern. Fakt ist jedoch, dass die Begriffe „Region“, „regional“, „Heimat“ oder „von hier“ gesetzlich nicht geschützt sind. Jeder Händler kann somit eigene Maßstäbe für die Definition anlegen. Das führt dazu, dass einige Produkte tatsächlich aus der unmittelbaren Umgebung stammen, während andere aus deutlich größeren Gebieten kommen oder lediglich vor Ort weiterverarbeitet wurden.
So kaufen die Deutschen ein
Das bundesweit beliebteste regionale Produkt laut der YouGov-Umfrage, die im Auftrag der Einzelhandelskette Kaufland durchgeführt wurde, ist Bier, gefolgt von Wasser und Eiern. Auf Platz vier der Top 10 landet gekühlte Wurst aus der Selbstbedientheke, auf dem letzten Platz Obst, Gemüse, Nüsse und Trockenfrüchte.
Auf die einzelnen Städte bezogen, gibt es beim Ranking allerdings regionale Unterschiede. Während Befragte aus Düsseldorf besonders häufig zu regionalem Wasser greifen, kaufen Verbraucher in Frankfurt am Main eher Obst und Gemüse aus der Region. In München spielen neben Bier auch regionale Teigwaren und Tiefkühlprodukte eine größere Rolle. In Mainz und Stuttgart ist regionaler Wein besonders gefragt, in Leipzig hingegen Schokoladenware.
Anmerkung
Die zwei Hauptabsatzgebiete der Halloren Schokoladenfabrik liegen in Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass regionale Angebote und Vorlieben stark vom Wohnort abhängen. Je nachdem, welche Produkte in der näheren Umgebung produziert werden.
Kritische Einordnung
Dennoch müssen die Ergebnisse kritisch betrachtet werden. Denn die vorliegende Studie bildet ausschließlich den Einkauf im Supermarkt ab und nicht den Direktkauf beim Erzeuger. Gerade in ländlichen Regionen, wo die Direktvermarktung traditionell stark ist, dürfte der tatsächliche Anteil regionaler Lebensmittel am Speiseplan deutlich höher liegen.
Embed
