Angriff auf Amazon platzt

Ebay lehnt Übernahmeangebot ab

Aktualisiert am 12.05.2026 – 15:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Ebay-Logo: Die Online-Handelsplattform lehnt die Fusion mit Gamestop ab. (Quelle: IMAGO/Omar Marques/imago)

Die Gamerplattform Gamestop wollte das viel größere Unternehmen Ebay kaufen. Das Ziel klang verlockend. Doch nicht nur die Finanzierung weckte Zweifel.

Die Online-Handelsplattform Ebay lehnt das Übernahmeangebot des Videospiele-Händlers Gamestop ab. Das berichtete die Zeitung „New York Times“ unter Berufung auf einen Brief von Ebay-Boss Paul Pressler. Demnach sei der Übernahmeplan „weder glaubwürdig noch attraktiv“.

Gamestop hatte 55 Milliarden US-Dollar für eBay geboten. Das Ziel: den Onlinemarktplatz zum großen Rivalen von Amazon ausbauen. Allerdings blieb die Finanzierung des Deals offen. Der Wert von Ebay ist rund viermal größer als der von Gamestop.

Ebay wurde 1995 im Silicon Valley gegründet und entwickelte sich in den 2000er-Jahren zu einer festen Größe im Onlinehandel. Unter dem Aufstieg von Amazon zum Marktführer im weltweiten Onlinehandel hat die Plattform aber kräftig gelitten. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 11,1 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 2,03 Milliarden. Gamestop seinerseits erzielte im Geschäftsjahr 2025, das Ende März endete, einen Umsatz von 3,69 Milliarden und einen Nettogewinn von 418 Millionen Dollar.

Gamestop-Fans wetteten gegen Hedgefonds

Ebay teilte mit, dass es das Angebot gemeinsam mit seinen Rechts- und Finanzberatern einer gründlichen Prüfung unterzogen habe. In dem Schreiben an Gamestop verwies Pressler auf mehrere Bedenken. Unklar sei nicht nur die Finanzierung der Übernahme, sondern auch die Höhe der Schulden, die dem Unternehmen durch die Transaktion entstehen würden. „Wir haben unseren strategischen Fokus geschärft, die Umsetzung gestärkt, unseren Marktplatz und das Verkäufererlebnis verbessert und den Aktionären konsequent Kapital zurückgeführt“, schrieb Pressler.

Gamestop machte zu Beginn der Corona-Pandemie Schlagzeilen, weil Amateurhändler aus dem Netz den Kurs der Aktie entgegen den Zweifeln der Wall-Street-Analysten am Geschäftsmodell in die Höhe trieben.

Gamestop-Fans und andere Aktienspekulanten hatten sich vor allem auf der Onlineplattform Reddit verabredet, um gegen Hedgefonds zu wetten, die auf fallende Kurse gesetzt hatten. Indem sie den Aktienkurs des Videospiele-Händlers hochjagten, gelang es ihnen, institutionelle Hedgefonds in Schwierigkeiten zu bringen.

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